EU hofft auf Einigung mit USA im Handelsstreit

Die Europäische Union setzt im Handelsstreit mit den USA auf eine Einigung am Verhandlungstisch. “Ich glaube nicht, dass es in Zukunft weiter zu einem Wettrüsten im Bereich der Strafzölle kommt”, sagte der Staatssekretär im österreichischen Finanzministerium, Hubert Fuchs, beim Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs in Buenos Aires. Österreich hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne. “Es gibt sehr konstruktive Gespräche, weil allen bewusst ist, dass wir hier an einer gemeinsamen Lösung arbeiten müssen”, sagte Fuchs.

Argentinien G20 Treffen der Finanzminister, Staatssekretär Hubert Fuchs Österreich (Reuters/M. Lo Bianco)

Der österreichische Staatsekretär Hubert Fuchs spricht sich gegen Vorbedingungen für die Handelsgespräche mit den USA aus

Österreich widerspricht der französischen Offensive

Dabei ist für den Österreicher der generelle Verzicht auf Stahl- und Aluminiumzölle durch die USA keine Voraussetzung für Handelsgespräche. “Wir repräsentieren die 28 Mitgliedsländer der EU und nicht nur Deutschland oder Frankreich. Wir sollten keinerlei Vorbedingungen für die Gespräche stellen”, sagte Fuchs. “Das ist keine Vorbedingung, weil Vorbedingungen nie gut sind, aber es wäre ein großer Wunsch.”

Damit widersprach Fuchs dem französischen Finanzminister Bruno Le Maire, der die USA aufgefordert hatte, die Zölle auf Stahl und Alumimium sowie die Drohung mit weiteren Zöllen auf Autos fallenzulassen. Erst dann könne sich die EU zu Handelsgesprächen bereiterklären. “Wir weigern uns, mit einer Pistole auf der Brust zu verhandeln”, hatte der Franzose gesagt.

Argentinien Treffen G20-Finanzminister und IWF (Getty Images/AFP)

US-Finanzminister Steven Mnuchin macht überraschend Angebote in Buenos Aires

USA wollen Handelsbarieren in den G7 streichen

Die USA hatten sich bei dem Treffen der G20-Finanzminister und -Notenbankchefs am Wochenende gegenüber Europa und Japan überraschend gesprächsbereit gezeigt. Finanzminister Steven Mnuchin schlug vor, die Handelsbarrieren innerhalb der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7) zu streichen.

Gute Voraussetzungen für die Gespräche, die EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Handelskommissarin Cecilia Malmström am Mittwoch in Washington mit US-Präsident Donald Trump führen wollen. Dabei wird es auch um die angedrohten Autozölle gehen, die vor allem die deutschen Hersteller treffen würden. Trump hat den Streit mit den europäischen Partnern entfacht, indem er Einfuhrzölle von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium verhängt hat. Die EU hat darauf mit ähnlichen Zöllen etwa auf Motorräder und Whiskey reagiert. Trump drohte daraufhin mit zusätzlichen Zöllen auf Autos.

Eventuelle Gegenmaßnahmen hat Juncker im Gepäck

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier warnte allerdings vor überzogenen Erwartungen an die Gespräche von Juncker und Trump. Er wolle die Gespräche nicht überfrachten, sagte er im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Gleichzeitig sprach sich Altmaier gegen eine Verschärfung des Handelsstreits aus. “Sie können sich vorstellen, wenn wir einen Schnupfen bekommen im deutsch-amerikanischen oder im europäisch-amerikanischen Verhältnis, dann bekommen viele um uns herum eine Lungenentzündung. Deshalb ist es eine hochriskante Sache”, sagte er. 

Für den Fall, dass die US-Regierung nicht von ihren Strafzöllen abrückt, haben die Unterhändler bereits eine Liste mit Gegenmaßnahmen im Gepäck. “Es ist immer gut, wenn man einen Alternativplan hat, aber ich gehe davon aus, dass es nicht notwendig sein wird, dass wir zu weiteren Maßnahmen greifen”, sagte Staatssekretär Fuchs. “Ein Wettrüsten mit Strafzöllen ist nicht zielführend – weder für Amerika, noch für Europa, noch für die Weltwirtschaft.”

nob/uh (dpa, rtr)

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Nielsen holt Etappensieg

Die Top-Favoriten um Chris Froome schonten hingegen ihre Kräfte für die Pyrenäen. An einem Wochenende der Ausreißersiege für das Team Astana haben sich die Anwärter auf das Gelbe Trikot zurückgehalten und bei der 105. Tour de France den Fahrern aus der zweiten Reihe die große Bühne überlassen. Erst der Spanier Omar Fraile, jetzt der Däne Magnus Cort Nielsen – sie nutzten die seltene Gelegenheit und sicherten sich und der kasachischen Astana-Mannschaft die Tagessiege auf den Etappen 14 und 15.

Wie schon am Samstag bestimmten auch auf der 15. Etappe über 181,5 km nach Carcassonne die Ausreißer das Geschehen. Eine fast 30-köpfige Gruppe um Weltmeister Peter Sagan (Slowakei/Bora-hansgrohe) und Geschkes deutschen Teamkollegen Nikias Arndt (Buchholz) setzte sich ab. Ihr wurde annähernd so viel Vorsprung eingeräumt wie jener am Samstag, die ein etwa 20-minütiges Polster herausgefahren hatte. 

Dominante Ausreißer 

Die Entscheidung um den Etappensieg fiel nach der Abfahrt vom Pic de Nore, der letzten Hürde vor dem Ziel in Carcassonne. Aus der stark verkleinerten Gruppe machte ein Trio den Sieg im Sprint unter sich aus. Dabei hatte Tour-Debütant Cort Nielsen die meisten Kraftreserven. Das Gefühl eines Tour-Etappensiegs hatte am Samstag auch Geschke noch einmal spüren wollen. Fast exakt drei Jahre nach seinem Überraschungserfolg auf der Alpenetappe nach Pra-Loup war der harte Kampf des 32-Jährigen aber vergebens. “Der Traum war in greifbarer Nähe”, sagte Geschke: “Leider waren ein paar stärker als ich. Wenn man in so einer Situation ist, will man die Etappe auch gewinnen.”

Sunweb-Profi Simon Geschke konzentrierte sich nach dem Versuch, den Tagessieg der 14. Etappe zu holen, wieder auf die gewohnte Rolle als Helfer des Podestkandidaten Tom Dumoulin. Der Niederländer bleibt vor den Hochgebirgsetappen der Schlusswoche als Gesamtdritter erster Verfolger der führenden Sky-Doppelspitze Geraint Thomas und Froome.

Die “Big Three” der 105. Frankreich-Rundfahrt belauerten sich auf dem hügeligen Gelände im Süden Frankreichs, verzichteten auf Angriffe. Das Ziel am Sonntag erreichten sie mit rund 13 Minuten Rückstand. Thomas liegt im Maillot jaune 1:39 Minuten vor Froome. Dumoulins Rückstand in der Gesamtwertung beträgt 1:50 Minuten.

Am Montag steht in Carcassonne der zweite und letzte Ruhetag der Rundfahrt an. Froome, Thomas und Co. können nochmals Energie für den finalen Kraftakt in den Pyrenäen tanken. Dort wird die Entscheidung über den Gesamtsieg fallen.

mrl/cc (sid, dpa)
 

 

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Vettel fliegt in Hockenheim raus

Titelverteidiger Lewis Hamilton hat sich mit einem Sieg beim Großen Preis von Deutschland wieder an die Spitze der Formel-1-Gesamtwertung gesetzt. Der britische Mercedes-Pilot profitierte vom vorzeitigen Aus seines Rivalen Sebastian Vettel. Der Ferrari-Pilot rutschte in Führung liegend 15 Runden vor Schluss ins Kiesbett und verpasste so den ersten Sieg bei seinem Heimrennen. Als Zweiter hinter Hamilton machte der Finne Valtteri Bottas einen Mercedes-Doppelerfolg perfekt. Dritter wurde dessen Landsmann Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari. Hamilton liegt in der WM nun 17 Punkte vor Vettel.

Vettel untröstlich 

“Ich habe es versaut! Ich habe es versaut! Entschuldigung, Jungs”, funkte ein untröstlicher Vettel nach seinem Fehler. Dabei hatte er Hockenheim einen Moment lang in die Erfolgsära von Michael Schumacher zurückversetzt: 71.000 Zuschauer reckten während der Nationalhymne schwarz-rot-goldene Pappkarten in die Höhe, feierten Vettel mit Rufen und La Ola schon lange vor dem Rennen. Der beste Besuch seit 2005 war ein Fingerzeig, dass die Formel 1 in Deutschland immer noch hoch im Kurs steht.

Vom Start weg lief für Vettel aber noch alles perfekt. Bottas startete von Rang zwei zwar stark, doch Vettel verteidigte seine Führung erfolgreich in die erste Kurve. Hamilton machte von Startplatz 14 schnell einige Plätze gut: Bereits nach vier Runden lag der Brite als Zehnter in den Punkterängen, nach 14 war er Fünfter.

Vettel wechselte seinen Reifen nach der 26. von 67 Runden, der Heppenheimer kam nur knapp vor Hamilton, der noch auf seinem ersten Satz unterwegs war, aus der Box – allerdings hinter Räikkönen, der schon gewechselt hatte. “Es ist albern, wenn ich weiter hinter Kimi bleibe. Ich zerstöre meine Reifen und vergeude Zeit”, funkte Vettel an seinen Kommandostand. Der erhöhte ihn und bat Räikkönen, Vettel vorbeizulassen, weil die Reifen des Finnen deutlich älter waren.

Regenroulette wird zum Verhängnis

Mercedes hoffte auf den angekündigten Regen, doch Hamiltons Trockenreifen war nach 43 Runden am Ende. Der Weltmeister kam nach seinem Boxenstopp auf Rang fünf im bereinigten Klassement auf die Strecke zurück. Nur zwei Runden später kam der Regen. Alle Boliden rutschten wild, ein wildes Rennen entspann sich – mit Vettel als großem Verlierer im Regenroulette.

Rennen verpasst? Dann können Sie hier nochmal das Wichtigste im DW-Liveticker nachlesen.

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SIEGER: LEWIS HAMILTON

Deutschland Formel 1 in Hockenheim - Lewis Hamilton (picture-alliance/dpa/J. Woitas)

Hamilton profitiert vom Vettel-Pech

67. von 67 Runden: Hamilton dreht noch einmal auf: 1:15,545. Und siegt! 

66. von 67 Runden: Hamilton fährt zum Hockenheim-Sieg. Von 14 auf 1. Vom traurigsten zum glücklichsten Mann. 

63. von 67 Runden: Hamilton ist wohl nicht mehr aufzuholen. Er ist über eine Sekunde schneller als Bottas. Allerdings regnet es wieder. 

62. von 67 Runden: Hülkenberg fährt seine schnellste Runde, er verteidigt Platz 5.

62. von 67 Runden: Die letzten fünf Runden auf dem Hockenheimring. Vielleicht für immer.

59. von 67 Runden: Hamilton fliegt: 1:15,745!

59. von 67 Runden: Bottas bekommt Order von oben: er soll hinter Hamilton bleiben.

58. von 67 Runden: Bottas greift Hamilton an, kommt aber nicht vorbei.

55. von 67 Runden: Jetzt sind zwei Mercedes-Rennwagen vorne und tatsächlich führt Hamilton! Unglaublich! Er profitiert hier vom Mega-Vettel-Pech.

53. von 67 Runden: ”Sorry guys”, sagt Vettel im Funk. Was für ein bitterer Moment für den viermaligen Weltmeister.

52. von 67 Runde: Vettel fliegt raus. Den Sieg beim Heimrennen vor den Augen, kann er in der Kurve nicht einlenken. Er kracht in die Leitplanke. Was für ein Pech!

50. von 67 Runde: Verstappen hat sich verzockt, er wechselt wieder auf Ultrasofts. 

49. von 67 Runden: Vettel jetzt 6,8 Sekunden vor Räikkönen.

48. von 67 Runden: Hamilton mit einer sensationell schnellen Runde: 1:16,957.

46. von 67 Runden: Verstappen jetzt in der Box, er bekommt Intermediates. Damit geht er voll Risiko. Alle anderen wechseln nicht.

44. von 67 Runden: Es regnet – die Teams müssen jetzt überlegen, wie sie reagieren. Regenreifen oder nicht?

43. von 67 Runde: Hamilton holt sich jetzt doch neues Gummi – ultrasofte Reifen. Jetzt wird es schnell.

39. von 67 Runden: Jetzt Platztausch nach Funk. Das war eine klare Teamorder. 

38. von 67 Runden: Vettel will vorbei, aber Ferrari winkt ihn nicht vorbei. 

36. von 67 Runden: Vettel kommt Räikkönen immer näher, die Plätze werden wohl gleich getauscht. 

34. von 67 Runden: Regen oder nicht? Zieht die Front vorbei oder nicht? Verstappen jedenfalls würde Regen in die Karten spielen.

33. von 67 Runden: Doppelführung von Ferrari: Räikkönen – Vettel: Vettel nur 1,1 Sekunden zurück.

29. von 67 Runden: Pech für Ricciardo – er steht am Streckenrand. Der Australier ist raus!

26. von 67 Runden: Aber jetzt geht Vettel in die Box, kommt vor Hamilton auf die Strecke.

24. von 67 Runden: Noch immer fährt Vettel auf seinen ultrasoften Reifen

21. von 67 Runden: Magnussen biegt jetzt in die Box ab und kommt hinter Ocon wieder raus.

20. von 67 Runden: Vettel baut weiter seinen Vorsprung vor Bottas aus. 

20. von 67 Runden: Jetzt kommt Hülkenberg in die Boxengasse und wechselt auf Mediumpneus. 

18. von 67 Runden: Katz und Maus-Spiel zwischen Bottas und Vettel: Vettel hört über Funk, wie viel Sekunden Bottas zurückliegt und wann der anzieht. Tut er das, reagiert Vettel direkt und dreht auf.  

15. von 67 Runden: Räikönnen fährt als Erster in die Boxengasse. Er wechselt auf Softreifen und kommt knapp vor Hamilton wieder raus.

14. von 67 Runden: Vettel – Bottas – Räikkönen – Verstappen: das ist die Spitze mit gleichbleibenden Abständen. Hamiltons Rundenzeiten gleichen der Spitze. 

10. von 67 Runden: Jetzt werden fast alle etwas langsamer und verlieren an Sekunden. Müssen die Fahrer von Ultrasoft auf härtere Reifen umsteigen? 

8. von 67 Runden: Der schnellste im Feld ist nach wie vor Vettel, während bei Hülkenberg der linke Hinterreifen schon erste Blase zeigt. Die Reifen bauen aber bei allen Fahrern ab.

4. von 67 Runden: Sebastian führt das Feld weiter an und setzt sich Runde für Runde ein paar Zehntelsekunden ab. Hamilton hat schon 16 Sekunden Rückstand auf Vettel. 

START: Start frei, Vettel hat sofort gegen Bottas dicht gemacht. Hamilton startet schlecht, fällt auf Platz 15 zurück.

15:10 Uhr: Auf geht´s in die Aufwärmrunde.

15:08 Uhr: 67 Runden warten auf die Formel-1-Piloten. Die Strecke: 306,458 Kilometer. 

15:06 Uhr: 

Und hier die Startaufstellung:

1. Startreihe: 1. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Ferrari; 2. Valtteri Bottas (Finnland) – Mercedes

2. Startreihe: 3. Kimi Räikkönen (Finnland) – Ferrari; 4. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull

3. Startreihe: 5. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas; 6. Romain Grosjean (Frankreich) – Haas

4. Startreihe: 7. Nico Hülkenberg (Emmerich) – Renault; 8. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Renault

5. Startreihe: 9. Charles Leclerc (Monaco) – Sauber; 10. Sergio Perez (Mexiko) – Force India

6. Startreihe: 11. Fernando Alonso (Spanien) – McLaren; 12. Sergej Sirotkin (Russland) – Williams

7. Startreihe: 13. Marcus Ericsson (Schweden) – Sauber; 14. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes

8. Startreihe: 15. Esteban Ocon (Frankreich) – Force India; 16. Pierre Gasly (Frankreich) – Toro Rosso

9. Startreihe: 17. Brendon Hartley (Neuseeland) – Toro Rosso; 18. Lance Stroll (Kanada) – Williams

10. Startreihe: 19. Stoffel Vandoorne (Belgien) – McLaren; 20. Daniel Ricciardo (Australien) – Red Bull – + 20 Plätze/Neue Antriebseinheiten

15:04 Uhr: Lewis Hamilton muss nach einem Hydraulik-Defekt an seinem Mercedes in der Qualifikation von Platz 14 starten. Für ihn beginnt die Aufholjagd also vom hinteren Drittel, nachdem er im Qualifying am Samstag ausgeschieden war. “Ich werde alles versuchen, aber auf dieser Strecke kann man nur schwer überholen”, sagte er.

15:02 Uhr: Nach diesem Rennen ist der Hockenheimring erst einmal Geschichte, denn es gibt keinen neuen Vertrag der Motorsport-Königsklasse mit Deutschland. Mehr Anreiz für seinen ersten Heimsieg kann es für Sebastian Vettel eigentlich nicht geben, der sich gestern die Pole Position gesichert hat.

Im Rennen sei der Ferrari für gewöhnlich noch schneller, meinte Vettel nach seiner glanzvollen Pole-Runde vor den Finnen Valtteri Bottas im Mercedes und Kimi Räikkönen im zweiten Wagen der Scuderia.

15:00 Uhr: Herzlich Willkommen zum DW-Liveticker.

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