Siemens kassiert juristische Niederlage in Moskau

Ein Moskauer Gericht lehnte einen Antrag von Siemens ab, die Turbinen zu beschlagnahmen und ihre Inbetriebnahme zu untersagen. Dies geht aus Gerichtsdokumenten hervor. Der Konzern hatte im Streit mit einer russischen Staatsfirma eine einstweilige Verfügung beantragt. Eine gerichtliche Anhörung ist für den 18. September geplant.

Auf der 2014 von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel sind vier Siemens-Gasturbinen aufgetaucht, die eigentlich für ein Projekt auf der südrussischen Halbinsel Taman bestimmt waren. Weil Russland wegen der Krim Sanktionen der Europäischen Union unterliegt, dürfen europäische Unternehmen dort keine Geschäfte machen.

Um Gasturbinen dieses Typs der Siemens AG geht in der Auseinandersetzung mit Russland (picture-alliance/U. Baumgarten)

Um Gasturbinen dieses Typs der Siemens AG geht in der Auseinandersetzung mit Russland

Dubioser Auftraggeber

Siemens sieht sich als Opfer seines Kunden und reichte in Moskau Klage gegen den Abnehmer TPE ein. TPE ist das Generalunternehmen für das bisher nicht gebaute Kraftwerk auf Taman und für die auf der Krim geplanten Projekte.

Die Europäische Union hatte erst Anfang August wegen der Lieferung der Siemens-Turbinen auf die Krim die Sanktionen gegen Russland ausgeweitet. Betroffen von den neuen Strafmaßnahmen ist unter anderem Vize-Energieminister Andrej Tscheresow.

cgn/sti (dpa, rtr, wiwo.de)

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Ikone des Laufstegs – 30 Jahre Supermodel Claudia Schiffer

Ente, Blondie, Eiskönigin – allen Spitznamen zum Trotz war Claudia Schiffer mit ihren blauen Augen, der blonden Mähne und dem Schmollmund eines der Topmodels der 1990er Jahre. Ihr Aussehen verhalf dem einst schüchternen jungen Mädchen aus Rheinberg zu Starruhm. Sie stand für das Haute Couture-Label Chanel auf dem Laufsteg, repräsentierte aber auch Modeketten wie Mango und Accessorize. Ihr Gesicht zierte die Titelseite von mehr als 1.000 Zeitschriften – alles in allem ein einträgliches Geschäft, mit dem Claudia Schiffer vermutlich um die 51 Millionen Euro verdiente.

Hinter diesem Gesicht steckt eine Frau, die auch während der dekadenten Supermodel-Ära in den 90ern hart und diszipliniert arbeitete und in ihrer 30-jährigen Supermodel-Karriere immer ganz  eigene Maßstäbe setzte.

Kein Wunder, dass der Prestel-Verlag jetzt eine Hommage auf das deutsche Supermodel herausbringt, einen 272-seitigen Bildband mit dem schlichten Titel “Claudia Schiffer”: Darin sieht man Lieblingsaufnahmen und Fashion-Highlights der Mode-Ikone, von Schiffer selbst ausgewählt; die Texte stammen von Weggefährten aus der Modebranche, von Kolleginnen, Modefotografen und Designern.

Wenn Märchen wahr werden

“In den letzten 30 Jahren hatte ich den Ruf, eine Art ‘Eiskönigin’ zu sein”, schreibt Schiffer im Vorwort. “Ein wenig kühl, professionell, und jenseits des Rampenlichts immer beherrscht. ” Eine etwas harte Beschreibung, meint Schiffer – aber “nicht unfair.”

Kühl sei sie gewesen, um die “Schüchternheit in den Griff zu bekommen”, erklärt sie heute. Ihr Märchen habe 1970 begonnen – mit ihr, dem  ”hässlichem Entlein” mit “X-Beinen und ausladendem Hinterteil”, wie man sie in der Schule hänselte.

Claudia Schiffer sitzt auf dem Heck eines Oldtimers (Ellen von Unwerth - Trunk Archive)

Als Claudia Schiffer den Ausdruck Supermodel zum ersten Mal hörte …. musste sie lachen

Sie, die später einmal in einem Atemzug mit Cindy Crawford, Linda Evangelista, Naomi Campbell und Christy Turlington genannt wurde, habe davon geträumt, nach Paris durchzubrennen und Model zu werden, um es allen zu zeigen. Noch heute kneife sie sich manchmal, um sicher zu gehen, dass “alles nicht nur ein Traum ist.”

Karriere vor und hinter der Kamera

Schiffer entschuldigt sich im Buch für ihre kühle Reserviertheit in all den Jahren, als ob es um eine späte Wiedergutmachung bei ihren Weggefährten in der Branche gehe. Sie betont die Freude an der Arbeit für das Buch und dankt allen, die daran beteiligt waren, deren Lob und Kommentare den Bildband zieren.

Die deutsche Fotografin Ellen von Unwerth machte 1989 für die deutsche Ausgabe der “Elle” Bilder von Claudia Schiffer und verglich das 19-jährige Model – ein “gesundes deutsches Mädchen mit einem umwerfenden Lächeln” – mit Brigitte Bardot.

Claudia Schiffer steht im Meer (Herb Ritts Foundation)

Die Ähnlichkeit mit Brigitte Bardot ist nicht zu übersehen

 Ihre Fotos waren der Beginn einer steilen Karriere, sowohl für Schiffer als auch für von Unwerth, wie sie in ihrem Vorwort zu dem Bildband schreibt. Claudia Schiffer sei ein wichtiger Teil ihres Lebens, so die Starfotografin: “Claudia hat uns unvergessliche Bilder beschert. Sie ist und bleibt eine wahre Ikone.”

Als “außergewöhnliche Venus, die alle mit ihrer Schönheit und Menschlichkeit verzaubert”, wird das Model von den italienischen Designern Domenico Dolce und Stefano Gabbana gepriesen.

Der “Körper einer Göttin”

Die Schönheit der Claudia Schiffer wird nicht nur in den Begleittexten gelobt, sondern zeigt sich auch in den Aufnahmen von Peter Lindbergh, Richard Avedon, Steven Klein, Mario Testino, Steven Meisel und vielen anderen. Für sie sei Claudia immer eine Stilikone gewesen, schreiben Dolce und Gabbana: “Üppige, goldblond-schimmernde Locken, Augen, so blau wie das Meer vor Sizilien, die an antike Göttinnenstatuen erinnernde Körperhaltung.”

Schüchternheit ist Claudia Schiffer jedenfalls auf den Fotos ihrer 30-jährigen Model- Karriere nicht anzumerken – zumindest nicht vor der Kamera, “einem Ort, an dem ich mich sicher fühlte”, wie sie im Vorwort zum Bildband anmerkt.

Claudia Schiffer: Claudia Schiffer, mit einem Vorwort von Ellen von Unwerth. Prestel Verlag, 272 Seiten, ab dem 21. August im Handel 

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Kommentar: Weg mit dem Video-Assi!

Endlich Gerechtigkeit im Fußball! Was ein Hauptschiedsrichter, zwei Seitenlinien-Assistenten, ein “Vierter Offizieller” und die vor einem Jahr eingeführt Torlinientechnik nicht leisten konnten, soll nun der Video-Assistent leisten. Ausgestattet mit Zeitlupen und virtuellen Abseitslinien, gibt er von der Zentrale in Köln aus bei kniffligen spielentscheidenden Szenen sein finales Urteil.

Nun hat der Video-Assi seine Bundesliga-Premiere erlebt. Gleich zum Saisonauftakt am Freitagabend zwischen Bayern München und Bayer Leverkusen kam er zum Einsatz. Es lief die 52. Minute, Bayerns Robert Lewandowski kam im Strafraum zu Fall. Der Pfiff von Schiedsrichter Tobias Stieler blieb zunächst aus, aber der rechte Zeigefinger des Unparteiischen ging ans Ohr – Kurz-Konferenz mit dem Assistenten in der Ferne. Die ergab: Strafstoß, weil Lewandowski umgerissen worden war.

“Das sind genau die Situationen”, sollte Stieler später sagen, “in denen der Videoassistent helfen kann, den Fußball gerechter zu machen.” Stimmt. Nur eine Viertelstunde später aber stieß auch der Bildbeweis an seine Grenzen. Bayerns Joshua Kimmich dribbelte die Außenlinie entlang, Karim Bellarabi sprang ihm mit offener Sohle in die Knie. Eine Rote Karte wäre die einzig richtige Entscheidung gewesen, Bellarabi aber ging komplett straffrei aus. Warum blieb der Video-Assistent hier nur stumm? Gerechtigkeit sieht anders aus!

Holpriger Auftakt

Am Samstag kam es dann auch noch zu einigen technischen Problemen, so dass bei drei Partien zunächst gar keine Hilfe von außen möglich war, bei den Begegnungen zwischen Hoffenheim und Bremen sowie zwischen Berlin und Stuttgart klappte es immerhin in der zweiten Hälfte – wenn auch nur zum Teil. Es ließ sich keine kalibrierte Linie für Abseits-Entscheidungen herstellen, wie zuvor auch schon bei Bayern gegen Leverkusen, weshalb Dienstleister Hawkeye einen Rüffel von der DFL einstecken musste.

Oelmaier Tobias Kommentarbild App

DW-Redakteur Tobias Oelmaier

Mag das noch unter Kinderkrankheiten fallen, wird es viel schwieriger sein, einige grundsätzliche Fragen zu beantworten. Zum Beispiel, wer Kontakt mit wem aufnimmt: Der Feldschiedsrichter mit dem Supervisor in in Köln oder umgekehrt? Und wann der Video-Assistent überhaupt eingreifen soll.

Bislang ist vorgesehen, dass er bei Szenen, in denen es sich um die Regelkonformität von Toren, Elfmetern, Platzverweisen oder Spielerverwechslungen handelt, tätig wird. Aber wie weit geht man, etwa bei der Entstehung von Treffern, zurück? Bei einem zu schnell ausgeführten Freistoß am eigenen Strafraum, der einen Konter einleitet? Bei der fälschlicherweise gegebenen Ecke? Bei einem nicht regelkonformen Einwurf, der zur Torvorlage wird?

Oder kann nicht auch ein Freistoß, 17 Meter vor dem Tor, spielentscheidend sein? Ein nicht geahnetes rüdes Foul in der 5. Minute, wo doch der Gegner eigentlich fortan dezimiert sein müsste?

Wo ist die Grenze?

Will man maximale Gerechtigkeit, würde fast jede Entscheidung hinterfragt. Mit Einspruch, mit Revision, mit einstweiliger Verfügung. Schiedsrichter trauten sich, aus Angst vor Fehlentscheidungen, kaum mehr zu pfeifen. Linienrichter heben eh kaum noch die Fahne. Ein irrtümlicher Abseitspfiff lässt keine zweite Chance auf einen Konter.

Nun haben sich die europäischen Top-Ligen, sicher aus guten Gründen, für den Video-Assistenten entschieden. Eine absolute Gerechtigkeit gibt es trotzdem nicht, die Grauzonen bleiben. Sie verschieben sich nur ein wenig. Das wird zwangläufig auch nach Behebung der technischen Kinderkrankheiten zu Missmut führen. Bei Fans, Spielern, Trainern und Offiziellen. Und nicht zuletzt bei den Schiedsrichtern selbst. Was man nicht vergessen sollte: Fußball ist ein Sport von Menschen mit Menschen für Menschen. Und die machen Fehler. Das ist Teil des Spiels. Da hilft auch kein Video-Assistent. Den hätte man sich getrost sparen können!

 

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Forscher entdecken Kreuzer "Indianapolis" aus dem 2. Weltkrieg

72 Jahre nach dem Untergang des US-Kreuzers “USS Indianapolis” im Zweiten Weltkrieg haben Forscher Teile des seitdem verschollenen Wracks entdeckt. Sie seien in 5,5 Kilometern Tiefe im Pazifik gefunden worden, teilte Microsoft-Mitgründer Paul Allen als Leiter des Teams mit, das mit dem Forschungsschiff “Petrel” nach “Indianapolis” gesucht hatte.

Das US-Kriegsschiff hatte die letzten Teile für die Hiroshima-Atombombe zur Insel Tinian gebracht, als es auf dem Rückweg von japanischen Torpedos getroffen wurde.

Finanzierte die Forschung: Microsoft-Gründer Paul Allen (Ausschnitt) (picture-alliance/PA Wire/B. Mitchell)

Finanzierte die Forschung: Microsoft-Gründer Paul Allen

Der riesige Kreuzer sank am 30. Juli 1945 binnen zwölf Minuten, ohne in der Lage zu sein, einen Notruf abzusetzen. Von den 1196 Mann an Bord konnten sich 800 zunächst vom Schiff ins Wasser retten, doch viele ertranken in den kommenden Tagen, wurden von Haifischen gefressen oder starben an Dehydration. Nur 316 überlebten, von ihnen sind nach Angaben der US-Marine 22 noch heute am Leben.

Die Schiffsglocke des Kreuzers ist gut zu erkennen (picture alliance/AP Photo/Paul G. Allen)

Die Schiffsglocke des Kreuzers ist gut zu erkennen

Im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichte Allen Fotos der gefundenen Wrackteile, darunter Aufnahmen des Ankers und der Schiffsglocke. Gleichzeitig kündigte er an, die Suche nach dem restlichen Wrack fortzusetzen. Er hoffe, der Fund helfe allen Überlebenden und den Angehörigen der Opfer, mit der Tragödie abschließen zu können, erklärte Allen.

Kapitulation Japans

Am 6. August, nur wenige Tage nach dem Untergang der “USS Indianapolis”, warfen die USA ihre erste Atombombe auf Hiroshima, drei Tage später folgte der zweite Atombombenangriff auf Nagasaki. Sechs Tage danach gab Kaiser Hirohito die bedingungslose Kapitulation des japanischen Kaiserreichs bekannt, mit der Unterzeichnung der Urkunde am 2. September endete der Zweite Weltkrieg endgültig.

Teile des Ankersystems der USS Indianapolis (picture alliance/AP Photo/Paul G. Allen)

Teile des Ankersystems der USS Indianapolis

 

sti/cgn (afp, dpa, rtr)

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Spanien trauert um Anschlagsopfer

In der Basilika Sagrada Familia in Barcelona hat die Trauerfeier für die Opfer der Terroranschläge in Katalonien begonnen. An der Messe nahmen neben dem spanischen Königspaar Felipe VI. und Letizia, Ministerpräsident Mariano Rajoy, der katalonische Präsident Carles Puigdemont und die Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau teil. Auch zahlreiche Spitzenpolitiker wie der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa waren gekommen. Die Feier “für den Frieden” in dem weltberühmten, von Antoni Gaudí entworfenen Gotteshaus wurde vom Erzbischof von Barcelona, Juan José Omella, geleitet.

Zahlreiche Gäste begleiteten den Trauergottesdienst in der Basilika Sagrada Familia in Barcelona (Reuters/S. Perez)

Zahlreiche Gäste begleiteten den Trauergottesdienst in der Basilika Sagrada Familia in Barcelona

Gedenken vor Ort

Das spanische Königspaar hatten am Samstagabend am Anschlagsort in Barcelona Blumen niedergelegt. “Wir haben keine Angst und werden niemals Angst haben”, sagte der Monarch. Rund 200 Muslime marschierten unter dem Motto “Wir sind Muslime, keine Terroristen” über die Ramblas. Auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel legte Blumen am Tatort nieder. Am Freitag hatte er ein Krankenhaus besucht und mit einer jungen Deutschen gesprochen, die bei dem Anschlag verletzt worden war.

Nach dem Terroranschlag demonstrierten in Barcelona am Anschlagsort Muslime gegen den Terror (picture-alliance/Kyodo/MAXPPP)

Nach dem Terroranschlag demonstrierten in Barcelona am Anschlagsort Muslime gegen den Terror

Junge bleibt vermisst

Nach dem Attentat am Donnerstag wird immer noch ein Junge aus Australien vermisst. Wie die australische Nachrichtenagentur AAP meldete, reiste der Vater des Siebenjährigen nach Spanien. Der Junge ist den Berichten zufolge bei dem Attentat von seiner Mutter getrennt worden. Mutter und Sohn hatten in Barcelona Urlaub gemacht. Die Mutter wurde bei dem Anschlag verletzt.

Der Vater wurde nach seiner Ankunft von Polizei und australischen Konsularmitarbeitern abgeholt, wie AAP weiter berichtete. “Wir beten, dass der kleine Junge lebend wieder zu seinen Eltern zurückkehrt”, sagte Ministerpräsident Malcolm Turnbull in Sydney. Nach Angaben des Außenministeriums wurden vier Australier bei dem Anschlag verletzt.

IS reklamiert Anschlag für sich

Derzeit liegen noch noch 54 Opfer verletzt im Krankenhaus, wie die katalanischen Notfalldienste mitteilten. Zwölf Patienten seien in kritischem Zustand, 25 weitere schwer verletzt – darunter viele Ausländer. Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden 13 Deutsche verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich. Eine der beiden Frauen schwebe in Lebensgefahr.

Die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) hatte die Angriffe in Spanien für sich reklamiert. Mehrere Glaubenskämpfer hätten sie ausgeführt und “Kreuzfahrer” ins Visier genommen, teilte der IS in einer Erklärung im Internet mit. Die Echtheit der Erklärung ließ sich zunächst nicht verifizieren. Sie wurde unter anderem über das IS-Propaganda-Sprachrohr Amak verbreitet.

Ermittler fahnden nach Imam

Unterdessen weitet die Polizei ihre Fahndung aus. ”Wir sind sehr nah an einer Person dran, die mit beiden Attentaten in Verbindung steht”, erklärten die Sicherheitskräfte auf Twitter. Welche Rolle der Verdächtige gespielt habe, könne noch nicht bestätigt werden.

In dieser Moschee predigte der verdächtige Imam (Getty Images/AFP/P. Barrena)

In dieser Moschee predigte der verdächtige Imam

Im Visier der Beamten sei unter anderem ein Imam. Er stand bis Juni der Moschee der Ortschaft Ripoll vor und könnte für die Radikalisierung der Gruppe verantwortlich sein. Der Geistliche verbüßte eine vierjährige Haftstrafe wegen Drogenhandels und soll Kontakte zu den Verantwortlichen der Zuganschläge 2004 in Madrid gehabt haben, wie die Zeitung “El País” berichtete. “Das waren normale Jungs. Erst als er kam, haben sie angefangen, sich mit Religion zu beschäftigen”, sagte die Cousine des Hauptverdächtigen Younes Abouyaaqoub im Interview. Ob der Imam überhaupt noch am Leben ist, ist nicht bekannt.

Mutter von Verdächtigem appelliert an ihren Sohn

Younes Abouyaaqoub könnte Ermittlern zufolge den Lieferwagen in Barcelona gesteuert haben. Behörden schließen nicht aus, dass er auf der Flucht ist. Die Polizei verbreitete Fahndungsbilder des mutmaßlichen Täters. Wie der Imam habe er in der Kleinstadt Ripoll rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona gelebt. Der 22-Jährige sei der Bruder eines der getöteten Verdächtigen von Cambrils. Die Mutter der beiden appellierte an den Sohn, sich zu stellen. “Er soll zur Polizei gehen und sich stellen. Mir ist es lieber, er kommt ins Gefängnis, als dass er stirbt”, sagte sie bei einer Versammlung der muslimischen Bewohner von Ripoll.

Gasflaschen in Alcanar gefunden

Wie die Polizei inzwischen berichtet, hatte die Terrorzelle mindestens 120 Gasflaschen für “einen oder mehrere Anschläge” in der katalanischen Hauptstadt gehortet. Die Gasflaschen hätten sich in einem Haus in Alcanar befunden, wo durch eine Explosion die ursprünglichen Anschlagspläne durchkreuzt worden seien, so die Behörden.

Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass die Attacken in Barcelona und Cambrils von einem Netzwerk von insgesamt rund einem Dutzend Verdächtigen verübt wurden. Fünf von ihnen wurden in Cambrils erschossen, vier festgenommen. Die Identität von drei weiteren ist geklärt, zu ihnen gehören Abouyaaqoub und dem Prediger. 

Die Polizei hatte Medienberichten zufolge zudem die sterblichen Überreste von drei Personen in den Trümmern des Hauses in Alcanar entdeckt, wo sich am Mittwoch eine Explosion ereignet hatte. Die Beamten vermuten, dass die Gruppe dort Sprengstoff lagerte und ein noch größeres Attentat als das in Barcelona vorbereitete.

cgn/myk (dpa, rtr)

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