Tunesiens Parlament bestätigt Einheitsregierung

Das tunesische Parlament hat der neuen Einheitsregierung von Youssef Chahed sein Vertrauen ausgesprochen. Das Kabinett des 41-jährigen Ministerpräsidenten erhielt bei der Abstimmung in der Volksversammlung in Tunis am Freitagabend eine breite Mehrheit: Von den 194 anwesenden Abgeordneten stimmten 167 für das neue Kabinett, 22 votierten dagegen, während sich fünf enthielten. Die Minister können damit nun in den kommenden Tagen ihre Arbeit aufnehmen.

Das tunesische Parlament hatte Ende Juli Ministerpräsident Habib Essid das Vertrauen entzogen. Dem seit anderthalb Jahren regierenden Politiker wurde vorgeworfen, nicht die richtigen Antworten auf die gegenwärtige Krise in Tunesien zu finden. Angesichts der Kritik sprach sich Präsident Béji Caïd Essebsi bereits Anfang Juni für eine Regierung der nationalen Einheit aus. Nach dem Misstrauensvotum beauftragte Essebsi Anfang August dann Chahed mit der Bildung der Regierung.



Am bei ausländischen Touristen beliebten Strand von Sousse - hier Polizisten bei einer Gedenkzeremonie - töteten Islamisten im Sommer 2015 38 Urlauber (Foto: EPA)

Am bei ausländischen Touristen beliebten Strand von Sousse – hier Polizisten bei einer Gedenkzeremonie – töteten Islamisten im Sommer 2015 38 Urlauber

Das nordafrikanische Land steht unter dem Eindruck mehrerer islamistischer Anschläge, die dem Tourismus schwer schadeten und die ohnehin herrschende Wirtschaftskrise weiter verschärften. Chahed gehört Essebsis Partei Nidaa Tounes an.

Kampf gegen Korruption

Der neue Regierungschef Chahed ist Agrarökonom und Professor. Er kommt aus der säkularen Partei Nidaa Tounes (Ruf Tunesiens), der auch der Präsident angehört.”Die Regierung wird sich auf den Krieg gegen den Terrorismus und den Kampf gegen die Korruption konzentrieren und das Wirtschaftswachstum ankurbeln”, hatte Chahed nach seiner Ernennung Anfang August angekündigt. Nun erklärte er, dass 2017 eine harte Sparpolitik mit Entlassungen von Staatsbediensteten und der Einführung neuer Steuern nötig sein werde, sollte es nicht gelingen, die Wirtschaft zu beleben.



Youssef Chahed hält ene Rede vor dem Parlament

Youssef Chahed hält ene Rede vor dem Parlament (Foto: AFP)

Bei der Opposition ist Chahed nicht unumstritten. “In dieser Phase braucht das Land einen Politiker mit Erfahrung in Wirtschaftsfragen und Politik, um diese kritische Zeit zu überstehen”, sagte Obada al-Kafi von der oppositionellen Maschroua Tounes (Projekt Tunesien) nach der Ernennung. Auch der Präsident der tunesischen Menschenrechtsliga, Abdessattar Ben Moussa, hätte einen politisch unabhängigen Kandidaten mit mehr Erfahrung für die bessere Wahl gehalten. Kritiker verweisen zudem darauf, dass der bisherige Minister für kommunale Angelegenheiten ein angeheirateter Verwandter von Essebsi ist.



Béji Caïd Essebsi (Foto: EPD)

Präsident Béji Caïd Essebsi,

Chahed ist der jüngste Ministerpräsident der modernen Geschichte Tunesiens. Er ist bereits der siebte Regierungschef seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Zine El Abidine Ben Ali im Zuge der Proteste von Januar 2011. Sein Kabinett aus 26 Ministern und 14 Staatssekretären ist jünger und weiblicher als die Vorgängerregierung. Beteiligt sind mehrere Parteien, darunter insbesondere die islamistische Ennahda-Partei, sowie mehrere unabhängige Politiker.

stu/cr (afp, dpa)

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Die Kugel rollt wieder

Der deutsche Branchen-Primus Bayern München kann schon mal die Meisterschaftsfeier im Mai planen: Denn, von gerade einer Ausnahme abgesehen, tippen alle Trainer der ersten Liga auf die Bayern als Meister der Saison 2016/17. Zwar können auch Fußballlehrer irren – aber bekanntlich passiert ihnen das ja nur selten.

Und tatsächlich sind die Bayern auch in allen nicht-sportlichen Beziehungen den anderen Klubs schon weit enteilt: Der FCB ist der Klub mit den meisten Fans und den meistens Fanklubs, mit der größten Werbereichweite, den bestbezahlten Kickern und dem dicksten Festgeldkonto.

Doch auch die anderen Vereine der obersten deutschen Fußballliga können nicht klagen. Sie verdienen von Jahr zu Jahr mehr Geld. Was Christan Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), vor einem Jahr gesagt hat, gilt offenbar nach wie vor: “Wer zehnmal schneller wächst als die deutsche Wirtschaft im Ganzen, befindet sich in einer stabilen Position.”



Kevin De Bruyne Fußball Manchester City

Englands Premier League ist das Maß aller Dinge: Ex-Bundesliga-Kicker Kevin de Bruyne in Diensten von Manchester City.

England ist das Maß aller Dinge

Karsten Hollasch bestätigt das. Sehe man sich die Entwicklung der Bundesliga an, so der Leiter der Sport Business Gruppe bei der Unternehmensberatung Deloitte im DW-Gespräch, so habe sich dort “schon über einen längeren Zeitraum ein solides und kontinuierliches Wachstum entwickelt.”

Das wird im internationalen Vergleich deutlich. Wie der FC Bayern dem Rest der Liga ist die englische Premier League allen anderen Ligen weit entrückt. Nicht sportlich, dafür legen die spanischen Klubs mit ihren Erfolgen im Europapokal Zeugnis ab, aber finanziell. Vor allem wegen der enormen Summen, mit denen die Fernsehrechte für das schöne Spiel auf der Insel verkauft werden, ist dort sehr viel mehr Geld im Markt als in allen anderen europäischen Ligen.


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Hinter der Premier League folgt aber gleich die Bundesliga, sagt Karsten Hollasch: “Wenn man die Umsätze nimmt, steht die Bundesliga an zweiter Stelle. Der Gesamtumsatz der Premier League lag in der letzten Saison bei 4,4 Milliarden Euro, der der Bundesliga bei 2,4 Milliarden.”

Die ersten Ligen in England, Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich nennt die Deloitte-Studie
“Annual Review for Football Finance 2016″ kurz “The Big Five”. Sie dominieren den Profi-Fußball in Europa. Die Vorteile, die die Bundesliga gegenüber den anderen Top-Ligen außer der englischen hat, erklärt Hollasch so: “Die Bundesliga ist bei den Spieltagserlösen und bei den Einnahmen durch das Sponsoring” besser als die Konkurrenz aus Spanien, Italien und Frankreich.

Ein Pfund für die deutschen Erstligisten sind die Einnahmen an den Stadionkassen – dank des regen Publikumsinteresses. Hollasch: “Hier hat die Bundesliga wieder ein Wachstum von acht Prozent.” Von einer Stadionauslastung wie in Deutschland, nämlich über 90 Prozent, wird im übrigen Europa nur geträumt: “Durchschnittlich kommen fast 43.000 Zuschauer zu einem Bundesligaspiel. Die Liga ist ein Zuschauermagnet.”

Keine Einbahnstraße

Weiterhin aber bleiben die Medienrechte der tiefste Brunnen, aus dem der Profifußball schöpft. Und das heißt eben: Vorteil England. Das wird sich auch nächstes Jahr nicht ändern, wenn die Bundesliga von ihrem gerade ausgehandelten Rechte-Deal profitieren wird. Damit, so Karsten Hallasch, “hat die DFL einen
Rekord bei der Vermarktung der Medienrechte für die Saison 17/18 erzielt. Dabei hat man die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr enorm gesteigert.”



Bundesliga Schalke 04 FSV Mainz 05

Leroy Sane: Das Schalker Talent spielt jetzt für ManCity.

Das wird den Rückstand der Bundesliga in dieser Beziehung nur wenig verringern – die Engländer spielen auf diesem Gebiet in einer anderen Liga: Der Transfer des Schalker Talentes Leroy Sane, den Manchester City gerade für rund 50 Millionen Euro verpflichtet hat, steht exemplarisch für dieses Ungleichgewicht. Das zeigt sich auch in der Entlohnung: Die zwanzig Premier-League-Vereine geben 2,7 Milliarden Euro für ihr Personal aus, die achtzehn Bundesligisten mit 1,3 Milliarden nicht einmal die Hälfte.

Dennoch scheinen die Ängste vor einem Ausverkauf des deutschen Fußballs Richtung England unbegründet. Die Nationalspieler André Schürrle, Mario Götze und Mats Hummels haben in dieser Transferperiode ihren Arbeitgeber gewechselt – und sind in der Bundesliga geblieben. Nationalmannschaftsmittelstürmer Mario Gomez ist aus der Türkei wieder nach Deutschland zurückgekehrt – zum VfL Wolfsburg, der außerdem Ex-Nationalspieler Max Kruse an den Liga-Konkurrenten Werder Bremen weiterverkauft hat.

Das Geld von der Insel

Das Geld aus England, das einige deutsche Erstligisten in dieser Transferperiode kassiert haben, gaben sie meist auch schon wieder für Rekordinvestitionen aus: Borussia Dortmund hat für 110 Millionen Euro eingekauft, der FC Bayern für mehr als 70 Millionen. Sogar der in der vergangenen Saison im Mittelmaß gestrandete und in dieser Spielzeit nicht international spielende VfL Wolfsburg hat seinen Mittelfeldstar Julian Draxler halten können und noch rund 50 Millionen Euro für neues Personal ausgegeben.



Fussball Bundesliga Wolfsburg vs. Leverkusen

Julian Draxler bleibt ein “Wolf” und bekommt neue Kollegen.

In der Summe haben die 18 Erstligisten bislang rund 460 Millionen investiert – vor einem Jahr waren es 415 Millionen. Das ist eine Steigerung von rund zehn Prozent. Die Transferperiode endet aber erst am 31. August. Da einige Vereine angekündigt haben, noch neue Spieler verpflichten zu wollen, wird in diesem heißen Sommer wahrscheinlich die Marke von einer halben Milliarde Euro geknackt werden.

Trickle-Down statt Ausverkauf

So sorgt die Pfundschwemme, die über den Kanal Geld auch in die Bundesliga spült, für einen “Trickle-Down-Effekt”. Wer einen Star in die Premier League verkauft, gibt das Geld an einen kleineren Verein für dessen Talente weiter.

Und schließlich, so Karsten Hollasch, gebe es auch immer noch Fußballer, die nicht sofort und bedingungslos dem Ruf des Geldes folgten: “Ich glaube, dass ein Spieler, der sich in Deutschland wohl fühlt, der sich weiterentwickeln möchte und einen guten Berater hat, es sich zwei Mal überlegt, ob er für 50 Prozent mehr Geld ein größeres Risiko, in England überhaupt zu spielen, in Kauf nimmt.”

Neue Quellen erschließen

Doch Eintrittskarten und Pay-TV-Abos sind nicht die einzigen Gelquellen für die Profiklubs. Immer wichtiger, sagt Karsten Hallsch, ist eine weitere Internationalisierung des “Produktes Bundesliga”. In der spielfreien Zeit sind die Erstligisten immer häufiger auf anderen Märkten unterwegs: Der FC Bayern in den USA etwa oder Schalke 04 in China. Sogar der FSV Mainz 05 hat den Sprung über den großen Teich gewagt und versucht, in den USA einen Fuß auf den Markt zu bekommen.

Zu dieser Strategie gehört für die Bundesligisten auch, sich intensiv um ihr Bild in den sozialen Medien zu bemühen. Facebook- und Twitterauftritte werden immer wichtiger. Und zwar nicht nur als Service für Fans in anderen Ländern. Internationalisierung, so Hallasch, sei auch für Investoren wichtig, weil ein Verein mit dem Auftritt im Ausland “auch die Markte des Sponsors voranbringen” kann.



Bayern München Deutscher Meister 2016

Branchen-Primus, Krösus, Seriensieger, Rekord-Meister: Bayern München ist wieder der haushohe Favorit auf den Titel.

“Keine Blase!”

Vielleicht noch spannender als die Frage, welcher Verein am Ende der jetzt beginnenden Spielzeit seinen Fans die Meisterschale präsentieren darf, ist diese Frage: Ist mit den derzeitigen finanziellen Dimensionen im Profifußball das Ende der Fahnenstange erreicht? Entsteht hier vielleicht eine Blase, die am Ende mit einem lauten Knall platzen könnte?

Einige Funktionäre und auch Trainer, wie etwa der “ewige Manager” von Arsenal London, Arsene Wenger, hegen diese Befürchtung durchaus. Anders Karsten Hollasch von der Unternehmensberatungsgruppe Deloitte. Er ist fest davon überzeugt, dass es wirtschaftlich weiter aufwärts gehen wird, weil die Vereine über die Internationalisierung ihre Einnahmen noch weiter steigern können. Hallasch: “Ich glaube nicht an eine Blase. Ich glaube: Das Wachstum wird sich so fortsetzen.”

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Wahlen in Gabun: Kaum Hoffnung auf Wandel

An den großen Verkehrsadern von Libreville, der Hauptstadt Gabuns, loben Plakate die Errungenschaften des Präsidenten
Ali Bongo Ondimba und der regierenden Demokratischen Partei Gabuns (PDG): Kilometerlange asphaltierte Straßen oder Arbeitsplätze, die durch die Ansiedlung ausländischer Unternehmen geschaffen wurden. Bongos Wahlversprechen zielen auf Modernisierung und die Entwicklung Gabuns zu einem Schwellenland ab. Seine Gegner werfen ihm Chaos und Diktatur vor.

An diesem Samstag soll die Bevölkerung des kleinen zentralafrikanischen Landes über eine neue Regierung entscheiden. Bongos Hauptkonkurrent heißt Jean Ping. Der bei Vielen populäre Diplomat ist ehemaliger Präsident der Kommission der Afrikanischen Union und Anführer der Gabuner Fortschrittspartei (GPP).



Jean Ping
Foto: REUTERS/Noor Khamis

Jean Ping gilt als aussichtsreichster Oppositionskandidat

Der 74-Jährige verspricht politische Reformen und kritisiert die Justiz: “Eine der wichtigsten Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, ist, die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Justiz wiederherzustellen”, sagt Ping im DW-Interview. In seinen Wahlreden setzt Ping auf mehr Demokratie, verspricht eine Verbesserung der Infrastruktur und Entwicklung im Gesundheitssektor und fordert, die Direktwahl des Staatsoberhauptes abzuschaffen.

Familiendynastie regiert Gabun

Ali Bongo ist bereits seit 2009 Präsident – er folgte auf seinen Vater Omar Bongo Ondimba, der das Land 42 Jahre lang autokratisch regierte und im Amt verstarb. Sohn Ali Bongo Ondimba war damals als erfolgreichster Kandidat mit deutlichem Abstand vor den Kandidaten der Opposition aus den Präsidentschaftswahlen hervorgegangen. Eine Klage der Opposition vor dem gabunischen Verfassungsgericht gegen angebliche Unregelmäßigkeiten im Wahlverfahren hatte keinen Bestand.

Gabuns kleine Bevölkerung sorgt dafür, dass die Politik fast familiär geprägt ist. In dem gesamten Land leben nur rund 1,7 Millionen Menschen. Gabun hat aufgrund seines Ölreichtums eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen Afrikas. Von den Einnahmen aus dem Export von Öl, Tropenholz und Edelmetallen profitiert vor allem eine kleine politische Elite, die die Staatsgeschäfte beinahe unter sich ausmacht.



Markt in Libreville, Gabun
Foto: ISSOUF SANOGO/AFP/Getty Images

Bei vielen Menschen kommt nichts von dem Reichtum des Landes an

Gabun hat sich lange Zeit auf sein Erdöl verlassen.
Wegen der fallenden Ölpreise versucht das Land inzwischen, seine Einnahmen breiter zu fächern. Präsident Bongo ist vom Erfolg der Wirtschaftsprogramme seiner Regierung überzeugt: “Wir haben den Anteil des Erdöls am Bruttoinlandprodukt von 45 Prozent auf nur noch 23 bis 26 Prozent reduziert. Weil wir unsere Wirtschaft breiter aufgestellt haben, können wir die schwierigen Zeiten viel besser meistern.” Die Diversifizierung sei der Schlüssel für Gabuns Zukunft: “Dadurch schaffen wir Arbeitsplätze und können andere Branchen entwickeln”,
sagt Bongo im Interview mit der DW.

Streit um die Rechtmäßigkeit von Bongos Kandidatur

Viele Versprechen der Regierung würden nicht eingehalten, kritisiert hingegen die Opposition. 2009 hatte Bongo den Bau von 5.000 Wohnungen jährlich zugesagt, also 35.000 in seiner siebenjährigen Amtszeit. Aktuell befinden sich aber nur 13.000 bis 15.000 Wohnungen im Bau, gibt Bongo selbst zu.



Gabuns Päsident Ali Bongo Ondimba
Foto: Mustafa Yalcin / Anadolu Agency

Ali Bongo will sieben weitere Jahre Präsident bleiben

Die Opposition wirft Bongo zudem vor, von seinem Vater adoptiert worden und kein gebürtiger Gabuner zu sein. Daher habe er keinen Anspruch auf eine Kandidatur. Das Verfassungsgericht, dessen Vorsitzende die Schwiegermutter von Ali Bongo ist, hatte Ende Juli jedoch die Kandidatur des Präsidenten für gültig erklärt.

Kein Wandel zu erwarten

Die Sorge ist groß, dass Bongos Regierung mit unlauteren Mitteln versucht, die Wahl für sich zu entscheiden: Der Gabuner Wirtschaftsanalyst Mays Mouissi hat das Wählerregister mit den Ergebnissen der Volkszählung von 2013 verglichen. In 59 Ortschaften gebe es mehr Namen im Wählerregister als Einwohner. In einem Ort sei die Zahl der registrierten Wähler 22 mal höher als die der Bewohner, so Mouissi im DW-Interview.

Neben Ping und Bongo bewerben sich noch neun weitere Kandidaten um die Präsidentschaft. Das Rennen gewinnt, wer im ersten und einzigen Wahlgang die meisten Stimmen auf sich vereinen kann. Das macht es für Amtsinhaber Bongo leicht. Viele der Oppositionspolitiker waren bis vor kurzem selbst Mitglieder in der Regierungspartei und stehen Bongo politisch und teilweise auch familiär nahe. “Das macht einen Wechsel in diesem Land schwer,” ist deshalb die Einschätzung von Nicaise Moulombi, Mitglied des Hohen Rats der nichtstaatlichen Akteure von Gabun.

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Brasiliens Polizei beschuldigt Lula da Silva der Korruption

Die brasilianische Polizei hat Luiz Inácio Lula da Silva der Korruption und der Geldwäsche in Zusammenhang mit der Petrobras-Affäre beschuldigt. Die Staatsanwaltschaft hat nun drei Monate Zeit, um den Polizeibericht zu prüfen und möglicherweise Klage zu erheben. Lula (Artikelbild) ist ein Vertrauter der suspendierten Präsidentin Dilma Rousseff und amtierte von 2003 bis 2010 selbst als Staatschef.

Der Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras erschüttert Brasilien seit Jahren. Neben Lulas und Rousseffs Arbeiterpartei (PT) sind auch andere Parteien in die Korruptionsaffäre verwickelt. In ihrem Bericht beschuldigt die Bundespolizei auch Lulas Frau Marisa Leticia Lula da Silva der passiven Bestechung und Geldwäsche sowie drei weitere Verdächtige.



Der Senat während der Debatte über das Amtsenthebungsverfahren gegen Rousseff (Foto: Reuters)

Der Senat während der Debatte über das Amtsenthebungsverfahren gegen Rousseff

Lula ist bereits wegen Behinderung der Justiz im Zusammenhang mit der Aufklärung der Petrobras-Affäre angeklagt. Die Polizei wirft dem Ehepaar vor, von der Baufirma OAS Güter im Wert von 670.000 Euro zum derzeitigen Umrechnungskurs illegal erhalten zu haben. Unter anderem geht es um ein Appartement im Badeort Guarujá, das der OAS-Konzern Lula überließ und für ihn renovierte und dessen Besitz dieser den Behörden verschwiegen haben soll. Die Firma steht im Verdacht, in den Petrobras-Schmiergeldskandal verwickelt zu sein.

Als Rousseff ihren langjährigen Freund und Mentor Lula im März zum Stabschef der Regierung ernennen wollte, schritt die Justiz ein, weil der Posten ihm Immunität verschafft hätte. Bei einer Verurteilung könnte der 70-jährige Lula Ende 2018 nicht für ein drittes Mandat als Staatschef kandidieren.

“Verräter und Usurpator”

Das Amtsenthebungsverfahren gegen Rousseff vor dem Senat befindet sich unterdessen in der entscheidenden Phase. Rousseff wurde Anfang Mai vom Parlament vorläufig abgesetzt. Ihr Vizepräsident Michel Temer von der Partei der Demokratischen Bewegung (PMDB) hat das Amt zunächst interimsweise übernommen. Im Fall einer Amtsenthebung würde Temer die Präsidentschaft bis zu den Wahlen 2018 übernehmen. Rousseff spricht von einem “Putsch” und bezeichnet Temer als “Verräter und Usurpator”.

Ihr wird vorgeworfen, Haushaltszahlen geschönt zu haben, um vor der Präsidentschaftswahl 2014 ihre Chancen zu verbessern. Über staatliche Banken wurden milliardenschwere Sozialprogramme bezahlt. Die Regierung soll nach der Amtsenthebungsklage Zahlungen an die Banken verzögert haben, um das Defizit kleiner erscheinen zu lassen. Zum anderen geht es um Staatskredite, die ohne Zustimmung des Parlaments erlassen worden sein sollen.



Dilma Rousseff sieht das Verfahren als Putschversuch (Foto: dpa)

Dilma Rousseff sieht das Amtsenthebungsverfahren als Putschversuch

Bei dem Verfahren gegen Rousseff vor dem Senat wurden am Freitag zunächst Zeugen vernommen. Später wurden Rousseff-Anhänger und -Gegner beinahe handgreiflich. Angesichts der Tumulte setzte der Präsident des Obersten Gerichtshofs, Ricardo Lewandowski, der den Vorsitz des Tribunals im Senat führt, die Sitzung aus.

Am Montag wird sich Rousseff persönlich im Oberhaus verteidigen. Sollte die einstige Guerillakämpferin endgültig des Amtes enthoben werden, ginge eine 13-jährige PT-Herrschaft zu Ende. Voraussichtlich am Dienstag oder Mittwoch werden die Senatoren dann abstimmen. Für die Amtsenthebung ist eine Zweidrittelmehrheit von 54 der 81 Mitglieder des Senats erforderlich. Sie gilt als sehr wahrscheinlich.

In den Petrobras-Skandal sind zahlreiche Geschäftsleute und Politiker verwickelt. Von 2004 bis 2014 sollen mehr als zwei dutzend Firmen, zumeist große Baukonzerne, Schmiergelder an Petrobras gezahlt haben. Petrobras wiederum zahlte Bestechungsgeld an Politiker. Allein die Arbeiterpartei soll bis zu 200 Millionen Dollar erhalten haben.

stu/cr (afp, dpa)

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Heimspiele für Bayern und Dortmund

Titelverteidiger
FC Bayern München empfängt in der zweiten Runde des DFB-Pokals den Liga-Konkurrenten FC Augsburg. Der Fußball-Rekordmeister bekam das Heimspiel in einer Auslosung, die der Fernsehsender ARD übertrug, nach Mitternacht zugelost. “Ich bin sehr glücklich damit, wir müssen nicht darüber reden, dass wir das gewinnen müssen”, sagte Bayern-Spieler Mats Hummels.

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff zog als Losfee zudem das Duell zwischen Borussia Dortmund und Zweitligist Union Berlin. Spannung versprechen die Partien 1. FC Köln gegen 1899 Hoffenheim, 1. FC Nürnberg gegen den FC Schalke 04, FC St. Pauli gegen Hertha BSC sowie Borussia Mönchengladbach gegen Erstliga-Absteiger VfB Stuttgart.

Drittligist
Sportfreunde Lotte, der Werder Bremen in Runde eins besiegt hatte, empfängt Bayer Leverkusen. Im Vorjahr schied Lotte zum Auftakt gegen den Werksclub aus. Regionalligist FC Astoria Walldorf, der zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der 2. Runde antritt, spielt gegen Darmstadt. Drittligist Hallescher FC empfängt den Hamburger SV.

Die zweite Hauptrunde findet am 25. und 26. Oktober statt. 16 Spiele werden in der zweiten Runde ausgetragen. Das Finale findet am 27. Mai 2017 im Berliner Olympiastadion statt.

sw/cr (dpa, sid)

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Boliviens zweifelhafte Genossenschaften

Er war gekommen, um zu vermitteln. In Panduro, rund 180 Kilometer südlich von La Paz, hatte
der stellvertretende Innenminister Rodolfo Illanes mit Mitgliedern der bolivianischen Minen-Kooperationen sprechen wollen. Die wehren sich seit Wochen gegen ein von der Regierung geplantes Gesetz, das unter anderem die Gründung von Gewerkschaften innerhalb der Kooperationen erlauben soll. Zudem fordern sie, selbständig Verträge über Schürfrechte mit privaten Firmen schließen zu dürfen, auch mit ausländischen. Außerdem wenden sie sich gegen die strengen Umweltauflagen. Zu Beginn dieser Woche hatten sie ihren Forderungen mit Blockaden wichtiger Straßen Nachdruck zu verleihen versucht.

Nach dem Mord ordnete der bolivianische Staatspräsident Evo Morales eine dreitägige Staatstrauer an. Die Gewalttat bezeichnete er als “unverzeihlich”. Auch sprach er von einer “politischen Verschwörung”. Die “echten Genossenschaftler” seien von den Führungskräften der Kooperationen betrogen worden. Und diese seien “Bergbauunternehmer”.

Ein etabliertes System

Damit spielte Morales auf das komplexe und in sich widersprüchliche Phänomen der bolivianischen Bergbaugenossenschaften an. Der Bergbau ist ein wichtiger Bestandteil der bolivianischen Wirtschaft. Bis zu 70.000 Menschen arbeiten in dem 10 Millionen-Einwohnerland in den Minen, insgesamt 300.000 Menschen bestreiten ihren Lebensunterhalt in mit dem Bergbau verbundenen Wirtschaftszweigen.



Vize-Innenminister Rodolfo Illanes (Foto: Reuters/Bolivian Presidency)

Ermordet: Vize-Innenminister Rodolfo Illanes

Bereits in den 1920er-Jahren bildeten sich die ersten Genossenschaften. Entlassene Bergbauarbeiter schlossen sich zusammen, um die Minen selbst zu bewirtschaften. Ein Gesetz aus dem Jahr 1958 sah vor, dass Minen im staatlichen Besitz ausschließlich von den Kooperativen ausgebeutet werden sollten. Dies solle demokratisch und solidarisch geschehen, forderte das Gesetz weiter.

Zusätzlichen Aufschwung erfuhren die Genossenschaften Mitte der 1990er-Jahre. Damals wurde das für die Minenwirtschaft verantwortliche staatliche Unternehmen Corporación minera de Bolívia (COMIBOL) aufgelöst, die Minen wurden privatisiert. Die bis dahin staatsnah beschäftigten Arbeiter gründeten daraufhin weitere Genossenschaften.

Armut und Reichtum sind eine Frage von Glück und Pech

Diese unterscheiden sich in Größe, Ertragskraft und Vertrieb allerdings erheblich. So gibt es kleine Genossenschaften, die bescheidene Summen erwirtschaften. Sie sind oft nicht in der Lage, eigene Maschinen zu kaufen, sondern müssen diese mieten. Auch sind sie auf Zwischenhändler angewiesen. Andere hingegen sind groß, verfügen über einen modernen Maschinenpark und vertreiben ihre Rohstoffe selbst.

Diese Unterschiede deuten bereits ein Manko der derzeitigen Struktur an: Die Minen werden in einzelne Parzellen gegliedert und zwischen den Genossenschaftlern aufgeteilt. Die Ergiebigkeit der einzelnen Parzellen variiert aber erheblich. Da die Kooperativen aber keine Kompensationsmechanismen kennen, entwickeln sich die Einkünfte der einzelnen Genossenschaftler höchst unterschiedlich. Während die einen von ihrer Arbeit kaum leben können, erzielen andere sehr hohe Gewinne. Diese Unterschiede gründen allein auf den Vorkommnissen der einzelnen Parzellen. Diese werden zugeteilt – Armut und Reichtum sind in gewisser Weise eine Frage von Glück oder Pech.



Bolivien Präsident Evo Morales (Foto: picture-alliance/Anadolu Agency/M.P. del Carpio)

Verurteilt den Mord: Boliviens Präsident Evo Morales

Genossenschaftler, die ergiebige Minen bewirtschaften, beschäftigen oft auch Subunternehmer. Diese werden oftmals als Zeitarbeiter mit äußerst geringer Entlohnung angestellt. “Diese besondere Form der Kooperativen hat Hierarchien hervorgebracht, die nichts mehr mit gemeinschaftlicher Arbeit zu tun haben, sondern harte Ausbeutungsstrukturen verschleiern”, heißt es in einem Papier der Informationsstelle Lateinamerika.

Die Leiter dieser Kooperativen sind es auch, die sich gegen eine Gesetzesreform wenden, die unter anderem die Einführung von Gewerkschaften innerhalb der Genossenschaften vorsieht.

“Einmaliger Schlag gegen die bolivianischen Institutionen”

Um über diese und andere Fragen Gespräche zu führen, war Vize-Innenminister Rodolfo Illanes nach Panduro gereist. Die Atmosphäre war angespannt. Mitte August hatte die Polizei eine von Bergleuten besetzte Bundesstraße geräumt. Dabei kam es zu schweren Ausschreitungen. Mehrere hundert Demonstranten wurden verhaftet, rund hundert Polizisten verletzt.

Am Donnerstag dieser Woche dann wurde der offenbar nur wenig geschützte Vize-Minister entführt und auf das Schwerste misshandelt. Seine Leiche wurde in der Nacht zum Freitag auf der Straße zwischen La Paz und Oruro gefunden und nach La Paz überführt.



Minenarbeiter protestieren gegen das neue Gesetz
(Foto:picture-alliance/dpa/J. Abrego)

Die bolivianische Polizei räumt nach einer Straßenblockade auf

Die bolivianische Tageszeitung El Deber bewertet den Mord als einen der schlimmsten Momente in der jüngeren bolivianischen Geschichte. “Ein solch harter Schlag gegen die bolivianischen Institutionen ist bislang einmalig. Ein hoher Repräsentant des Staates, der den Dialog suchte, wurde in einer Bergbauregion ermordet, in die er nicht ungeschützt hätte reisen dürfen.”

Schon jetzt deutet sich an, dass der Mord das politische Klima in Bolivien verdüstern wird. “Der Dialog darf nicht zur Straflosigkeit führen”, forderte der bolivianische Verteidigungsminister Reymi Ferreira. Auch kündigte er an, der Staat werde hart durchgreifen. “Alles andere wäre ein verheerender Präzedenzfall.”

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Kulturmaschine am Rhein: Das Museum Ludwig wird 40


“Ludwig” – so nennen die Kölner liebevoll ihr Museum. Der Titel der Jubiläumsausstellung “Wir nennen es Ludwig” ist aber vor allem eine Hommage an die Namensgeber des Hauses: Peter und Irene Ludwig. Vor 40 Jahren, am 5. Februar 1976, unterschreibt das kinderlose Ehepaar einen historischen Vertrag: Die Ludwigs schenken der Stadt Köln knapp 300 Werke ihrer Sammlung. Kunst soll für jeden zugänglich sein – diesen demokratischen Gedanken verbinden sie mit ihrer Großtat.


Zunächst gab es allerdings noch kein eigenes Museum für die Schenkung. Die Werke der Ludwigs wurden den Beständen des Wallraf-Richartz-Museums einverleibt. In dem 50er-Jahre-Bau in der Innenstadt spannte sich der kunsthistorische Bogen vom mittelalterlichen Altarbildner Stefan Lochner bis zum Pop-Art-Künstler Andy Warhol.


Von der Großzügigkeit der Ludwigs profitieren Köln und das Rheinland noch heute. Peter und Irene Ludwig, das Kunsthistoriker-Ehepaar, das sein Vermögen mit der Herstellung von Schokolade verdiente, reiste um die ganze Welt für seine Leidenschaft. Antike Büsten, Asiatika, Antiquitäten, Gemälde aus Afrika, China oder Lateinamerika – anfangs stand die Idee dahinter, Sammlungslücken in Museen zu schließen.


Peter Ludwig lernte Andy Warhol kennen




Peter Ludwig mit seiner Frau Irene, Foto: picture-alliance/dpa/W.Leuschner

Peter und Irene Ludwig bei der Eröffnung des Museum Ludwig 1986

Doch das änderte sich in den 1960er Jahren. Der Name Ludwig entwickelte sich in der Kunstmetropole New York zu einem Mythos. Peter Ludwig wurde zum “King of Pop”: Jeden Tag soll er dort in den Galerien und Ateliers ein Kunstwerk gekauft haben. Auf seiner Shoppingtour lernte er auch Andy Warhol kennen. Nicht zuletzt durch die Sammelleidenschaft des Ehepaars Ludwig vertieft sich der Austausch zwischen Köln und New York. “Noch heute blickt man nostalgisch zurück auf die Zeit, in der Köln und New York kunstmäßig in einer Liga spielten”, sagt Siegfried Gohr. Als zweitem Direktor des Museum Ludwig war es dem Kunsthistoriker vorbehalten, 1986 den Neubau auf dem Domhügel einzuweihen.


Architektur des Museum Ludwig entwickelt sich zum neuen Wahrzeichen


Prägnant ist das wellenförmige, mit Titanzink verkleidete Dach des “Ludwig”. Schon von weitem leuchtet es in der Sonne. Köln hatte mit dem Neubau ein neues Wahrzeichen bekommen. Ein Doppelmuseum für die moderne und die alte Kunst.


Und einen Touristenmagneten. Zur Eröffnung des Neubaus vor fast genau 30 Jahren schwärmt das Kunstmagazin “Art” von einer neuen “Kulturmaschine” mitten in Köln: “Mit 40.000 Besuchern schon am eintrittsfreien Eröffnungwochenende hat die imposante Kulturmaschine (…) begonnen, sich zur europäischen Attraktion zu entwickeln: wie das Pariser Centre Pompidou, die Staatsgalerie Stuttgart und die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf.” In die Feststimmung mischten sich allerdings auch kritische Stimmen: Der Neubau galt vielen als Ausdruck der Eitelkeit eines Privatsammlers, der sich mit Hilfe von Steuergeldern in Köln ein Denkmal setzen wollte.


Neubau soll es mit den großen Museen aufnehmen




Kasper König, Foto: dpa, O. Berg

Kasper König machte aus dem Ludwig ein Mekka der Kunst

Die Kunst der Gegenwart zieht im Keller- und im zweiten Obergeschoss ein. Endlich bekommen die großen Pop-Art-Gemälde und Installationen Tageslicht und entfalten ihre Wirkung. Peter Ludwig ist allerdings nur halb zufrieden. Er träumt von einem eigenen Kunsttempel. Erst im Januar 2001 geht seine Vision vom eigenen Haus für Gegenwartskunst in Erfüllung: Das Wallraf-Richartz-Museum mit seiner alten Kunst erhält ein eigenes Gebäude und zieht endlich aus.


Das Museum Ludwig bekommt einen neuen Direktor: Kasper König wechselt vom Frankfurter Portikus nach Köln und macht das “Ludwig” zum Mekka für die Kunst des 20. und 21. Jahrhundert. Als Peter Ludwig 1996 stirbt, engagiert sich seine Frau Irene weiter für das Museum in Köln. Nach ihrem Tod im Jahr 2010 vermacht sie dem Museum Ludwig ihre gesamte Kunstsammlung.


Auch Yilmaz Dziewior, amtierender Direktor und seit anderthalb Jahren im Amt, möchte den Geist der Ludwigs am Leben erhalten. Er will es noch internationaler ausrichten, indem er Kunst aus Afrika, Asien und Lateinamerika ausstellt. Die Bedeutung der Globalisierung für die Kunst hatten bereits die Ludwigs in den 1950er Jahren erkannt. Sie waren ihrer Zeit weit voraus.

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Liveticker: FC Bayern – Werder Bremen

Bundesliga




EM und Olympische Spiele waren gestern, heute ist Bundesliga! Der erste Spieltag steht an und in der Eröffnungspartie empfängt Meister Bayern München das Team aus Bremen. Verfolgen Sie hier live die Partie!










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Weibliche Ikonen der 60er und 70er Jahre


In den 1960er- und 1970er-Jahren wollten Frauen mehr sein als nur Mütter und Hausfrauen. Sie wollten ihre eigene Nische in der Welt finden und nicht länger abhängig von einem Partner oder der Familie sein. Einige von ihnen wurden für genau diese Ambitionen bekannt und sind es bis heute – Ikonen eben.


Jackie Kennedy, Katharine Hepburn, Barbra Streisand, Diana Ross


Die Sonderausstellung “Jahrzehnte der Veränderung – Iconic Women of the 60s and 70s” im Kennedy Museum in Berlin zeichnet die Entwicklung zur sozialen Gleichheit anhand von rund 60 Porträts weiblicher Ikonen, vor allem aus den USA, der 1960er- und 1970er-Jahre nach.


Viele von ihnen nutzten ihren Ruhm, um das Bewusstsein für Frauenrechte zu stärken und eine Verbesserung der Gesamtsituation für Frauen zu erreichen, nicht nur in ihren Heimatländern. Die Ausstellung zeigt Porträts von Pionierinnen der Frauenrechte wie die Frau von US-Präsident John F. Kennedy, Jackie Kennedy, die Schauspielerin Katharine Hepburn, die Sängerin, Schauspielerin und Regisseurin Barbra Streisand und die Sängerin und Schauspielerin Diana Ross.

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Kerber bei US Open Favorit

Am Montag beginnen die 135. US Open im Flushing-Meadows-Park in New York. Titelverteidiger bei den Männern ist der Serbe Novak Djokovic, bei den Frauen hat Vorjahressiegerin Flavia Pennetta aus Italien ihre Karriere nach dem Triumph von 2015 beendet.

Wer steht im Fokus?

Aus deutscher Sicht, ganz klar, Angelique Kerber. Die Australian-Open-Siegerin, Wimbledonfinalistin und Olympia-Zweite kann die beste Saison ihres Lebens krönen. In New York hat sie die zweite Chance, die große US-amerikanische Landsfrau Serena Williams an der Spitze der Weltrangliste abzulösen und in Steffi Grafs Fußstapfen zu treten. Die Tennis-Ikone stand als bislang einzige deutsche Spielerin auf Platz eins des WTA-Rankings – zuletzt am 30. März 1997. Kerber trifft zum Auftakt auf die Slowenin Polona Hercog, Nummer 116 im WTA-Ranking.

Wann wird Kerber die Nummer eins?

Nur noch 190 Punkte Rückstand hat Kerber auf Williams. Im
Finale von Cincinnati/Ohio verpasste sie die Wachablösung. Nach den US Open übernimmt sie auf jeden Fall die Spitze, wenn sie ihren zweiten Grand-Slam-Titel gewinnt. Kerber überholt Williams sogar mit einem Aus in Runde eins, wenn die Branchenführerin vor dem Halbfinale ausscheidet. Erreicht Kerber selbst das Viertelfinale, muss Williams schon mindestens ins Endspiel kommen, um ihre Position zu verteidigen. Außenseiterchancen auf den Tennis-Thron besitzen zudem die Spanierein Garbine Muguruza und Agnieszka Radwanska aus Polen.

Wie stehen Kerbers Chancen?

Ziemlich gut, auch wenn Williams gerade im Big Apple immer alles zuzutrauen ist. Kerber ist mittlerweile derart konstant, dass sie selbst mit unterdurchschnittlichen Leistungen wie in Cincinnati ein Finale erreicht. Williams sagte nach ihrem frühen Olympia-Aus für das Vorbereitungsturnier wegen einer Schulterverletzung ab. Hält sie sich jedoch an der Spitze, löst sie Steffi Graf als die Spielerin ab, die am längsten ununterbrochen auf Platz eins der Weltrangliste stand. Auch ihr 23. Grand-Slam-Titel würde Graf in der Bestenliste auf Platz zwei verdrängen.

Und die anderen Deutschen?

Nach drei Erstrundenniederlagen bei den letzten vier Turnieren hofft Top-Talent Alexander Zverev auf neuen Schwung. Philipp Kohlschreiber wird nach seiner Fußverletzung und der Aufgabe in Rio wohl noch nicht ganz fit sein. Publikumsliebling Dustin Brown wird es schwer haben. Er trifft gleich in Runde eins auf Wimbledon-Finalist Milos Raonic aus Kanada. Bei den Frauen wollen die in der Weltrangliste abgerutschten Andrea Petkovic und Sabine Lisicki die Saison endlich zum Guten wenden. Rio-Viertelfinalistin Laura Siegemund hingegen versucht, ihren Aufwärtstrend zu bestätigen. Anna-Lena Friedsam hat die Vorjahresfinalistin Roberta Vinci aus Italien zugelost bekommen.

Wer sind die Favoriten bei den Männern?



Rio Momente 14 08 Tennis Andy Murray

Murray: Stolzer Doppel-Olympiasieger

Alles läuft auf eine Zweikampf zwischen Andy Murray und Novak Djokovic hinaus. Der Wimbledon- und Olympiasieger aus Großbritannien ist in Bestform, der Branchenführer aus Serbien will an die erste Saisonhälfte anknüpfen. Zuletzt war er im All England Club und in Rio überraschend früh gescheitert. Roger Federer aus der Schweiz pausiert, der Spanier Rafael Nadal tastet sich nur langsam an seine Topform heran.

Was ist neu bei den US Open?



Das Arthur Ashe Stadium in New York, wo die US Open ausgetragen werden. Ab dieses Jahr ist das Dach bei Regen ausfahrbar.

Regen? Kein Problem merh im Arthur Ashe Stadium. Einfach das Dach ausfahren

In diesem Jahr garantiert erstmals ein ausfahrbares Dach über dem Arthur Ashe Stadium den TV-Stationen Live-Tennis auch bei Regen. Der Centre Court ist mit 23.771 Zuschauen der größte Tennisplatz der Welt. Der Grandstand, der drittgrößte Platz (8125 Zuschauer) der Anlage im Stadtteil Queens, ist komplett neugestaltet worden. Mit insgesamt 46,3 Millionen Dollar Preisgeld (ca. 41,7 Millionen Euro) sind die US Open das höchstdotierte Tennisturnier der Welt. Die Sieger bei den Frauen und Männern kassieren jeweils 3,5 Millionen Dollar.

sw/fab (sid, dpa)

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