Chinesisches Neujahrsfest: Willkommen im Jahr der Ratte

Das neue Corona-Virus vermasselt den Chinesen ihr diesjähriges Neujahrsfest. An vielen Orten wurden die Festivitäten rund um diesen Samstag (25.1.2020) vorsorglich abgesagt, unter anderem in Peking. Auch einige touristische Attraktionen wurden auf Anordnung der Behörden geschlossen. Die Regierung hat die 11-Millionen-Metropole Wuhan unter Quarantäne gestellt. In Wuhan tauchte das neue Corona-Virus zuerst auf, hier wurden die meisten Fälle registriert.

Das chinesische Neujahrsfest wird auch Mondschein- oder Frühlingsfest genannt. Es läutet den Frühlingsbeginn sowie einen neuen Mondzyklus ein. Obwohl seit dem Jahr 1912 in China der Gregorianische Kalender gilt, bestimmt der Mondkalender (auch Lunisolarkalender genannt) in China weiterhin die Feiertage.

Der chinesische Kalender entstand vor fast 4000 Jahren. Auf der Grundlage einer lunisolaren Berechnung wurde die heute verwendete Version um 500 vor Christus perfektioniert. Die Berechnung eines chinesischen Kalenders ist eine langwierige und komplexe Angelegenheit. Sie richtet sich nach den Daten der Neumonde und nach dem Stand der Sonne. Im Gegensatz zum Gregorianischen Kalender, bei dem jeder Monat einen Namen hat, sind die Monate im chinesischen Kalender nummeriert.

Auf das Erdschwein folgt die Metallratte

Zwei Mäusestatuen als Neujahrsdekoration in einem Park in Peking (picture-alliance/dpa/A. Bradshaw)

Ein für das Neujahrsfest geschmückter Park in Peking

Nur die Jahre erhalten einen Namen, nicht die Monate. Jedes Jahr steht im Zeichen eines der fünf Elemente: Wasser, Erde, Feuer, Metall und Holz. Außerdem richtet es sich nach den zwölf chinesischen Tierkreiszeichen; ein Zyklus, der sich alle 60 Jahre wiederholt.

Da die fünf Elemente und die Tiere jeweils eine eigene Bedeutung haben, ist der Name des Jahres mit symbolischen Attributen versehen, die den Verlauf des kommenden Jahres definieren.

Nachdem das Jahr des Erdschweins abgelaufen ist, beginnt am 25. Januar 2020 offiziell das Jahr der Metallratte, oder anders gesagt: das Jahr der Ratte im Zeichen des Metalls. Es gilt als ein Jahr voller Ambitionen. Menschen, die im Sternzeichen der Ratte geboren wurden, stehen im Ruf fleißig, einfallsreich und klug zu sein. 

Normalerweise feiern rund 1,3 Milliarden Menschen diesen Feiertag in China. Hinzu kommen rund 46 Millionen Menschen, die in der chinesischen Diaspora leben, also in Südostasien, Südasien, Amerika, Großbritannien und Südafrika. Auch in verschiedenen anderen asiatischen Ländern hat das Frühlingsfest seine Entsprechung: Tet in Vietnam, Seollal in Südkorea, Tsagaan Sar in der Mongolei und Losar in Tibet.  

Weltweit größte Reisezeit: “Chunyun”

“Chunyun”heißt übersetzt “Frühlingstransit”. Allein im Jahr 2019 reisten am Neujahrstag etwa drei Milliarden chinesische Bürger zurück in ihre Heimatstädte innerhalb Chinas. Wie hoch die Zahl im Jahr 2020 sein wird, ist aufgrund der drohenden Virus-Epidemie unklar. Auch chinesische Staatsbürger, die mit ihrer Familie im Ausland leben, reisen oft wieder zurück in ihre Heimatstädte.

Das Reiseverhalten richtet sich nach den Einkommensverhältnissen, wobei sich die wohlhabenderen Gruppen dafür entscheiden, China zu verlassen und das, obwohl laut Chinas größtem Online-Reisebüro C.Trip, nur fünf Prozent der chinesischen Bürger einen Reisepass besitzen. Nach Thailand, Japan und Indonesien sollen 2019 rund sieben Millionen Chinesen gereist sein. In den Innenstädten der chinesischen Städte schließen die Unternehmen üblicherweise während der Chunyun-Zeit bis zu eine Woche lang. 

Traditionen und Bräuche 

Viele Hände werfen mit Stäbchen Salat aus einem Topf in die Höhe (DW/M. Chua)

“Yucheng” – Salatwerfen ist ein Ritual beim chinesischen Neujahrsfest

Der chinesische Silvesterabend gilt als der wichtigste Tag des 15-tägigen traditionellen Festes. Familien und Verwandte feiern bis spät in die Nacht. Sie versammeln sich zu einem traditionellen chinesischen Abendessen und erinnern sich an das, was im Leben wichtig ist: Gemeinschaft, Tradition und Essen. Während sich die regionalen Unterschiede vor allem auf das Essen beziehen, bleiben bestimmte Bräuche weltweit einheitlich. Zum Beispiel ist die Farbe Rot die wichtigste Farbe für das Fest und die meisten Häuser werden rot geschmückt. In unserer Bildergalerie stellen wir weitere Traditionen des chinesischen Neujahrsfestes vor.

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Autorin Gudrun Pausewang gestorben

Man könnte sie auch die “frühe Greta Thunberg” nennen. Denn Gudrun Pausewang schrieb beharrlich gegen politische Tatenlosigkeit an. Ihr erster Roman, “Rio Amargo” aus dem Jahr 1959, der sich noch an Erwachsene wandte, wurde gleich ein Publikumserfolg. Ihr Märchen “Hinterm Haus der Wassermann” von 1972 markierte den Beginn ihrer Erfolgsserie als Kinder- und Jugendbuchautorin. Umwelt, Frieden und die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus – das waren, grob gesagt, ihre Themen.

Jugendliche Leserinnen und Leser begeisterte sie 1983 mit “Die letzten Kinder von Schewenborn”. Im Roman “Die Wolke” aus dem Jahr 1987 beschrieb sie die Folgen eines fiktiven Atomreaktorunfalls. Zwar schieden sich an dem Buch die Geister. Doch wurde es ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (26. April 1986) zum Bestseller. Mehr noch: zur “Bibel” der Anti-Atom-Bewegung. Als Schullektüre prägte der Roman Generationen.

Späte Einsichten

Der Kinderbuchklassiker Gudrun Pausewanga Die Wolke (Ravensburger)

Der Jugendbuch-Klassiker “Die Wolke”

Am 3. März 1928 in Wichstadtl in Ostböhmen geboren, wuchs Pausewang in einer Familie überzeugter Nationalsozialisten auf. Zunächst war sie ein begeistertes Jungmädel. Erst nach dem Tod des Vaters und der Flucht der Familie nach Westdeutschland erkannte sie die Verbrechen des Regimes. 2011 sagte sie in einem Interview: “Ich glaubte an Hitler und seine Botschaft bis zuletzt. Erst Jahre nach dem Krieg begriff ich langsam, dass es nicht genügt, sich alle vier Jahre an der Wahlurne fragen zu lassen: Wie hätten Sie’s denn politisch gerne?”

Die Autorin lebte mehrere Jahre in Chile, Venezuela und später in Kolumbien. Ab 1972 unterrichtete sie an einer hessischen Grundschule. Mit 70 Jahren promovierte sie über “Vergessene Jugendschriftsteller der Erich-Kästner-Generation”. Für ihr schriftstellerisches Werk erhielt Pausewang mehrere Auszeichnungen, zuletzt 2017 den Deutschen Jugendliteraturpreis für ihr Lebenswerk.

Gudrun Pausewang starb jetzt im Alter von 91 Jahren in der Nähe von Bamberg, wie ihr Sohn mitteilte.

sd/pg (dpa/KNA)

 

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Ein Hoch auf Berlin: das neue Pet Shop Boys-Album "Hotspot"

Berlin ist voll von Promis und Stars. Und der Berliner an sich schaut cool darüber hinweg, wenn ihm ein bekanntes Gesicht begegnet – schließlich kann das überall und zu jeder Zeit passieren. Promis gehören genau so zu dieser Stadt wie die bunte Kulturszene, der Kreuzberger Kiez (Stadtteil, Anmerk. d. Red.) oder der Reichstag. Hier fühlen sich die Briten Neil Tennant (65) und Chris Lowe (60) wohl. So wohl, dass sie der Stadt gleich ein ganzes Album schenken.

Die Pet Shop Boys besingen einen Spaziergang um den Schlachtensee oder ein Stück Kuchen in Berlin-Zehlendorf – klingt erstmal altersgemäß. Doch dann geht’s in die U-Bahnlinie U1. Berlin-Kenner wissen, was hier los ist, vor allem nachts, wenn die Party People zum Feiern in den Ostberliner Stadtteil Friedrichshain fahren – und zurück. Wer über den Techno-Club Berghain singt, bei dem stellt sich keine Altersfrage. 

Die Pet Shop Boys auf der Bühne (picture-alliance/SvenSimon)

Die Pet Shop Boys bei einem Fernsehauftritt in Erfurt

Musik ohne Altersbegrenzung

Auch beim Track ”Monkey Business” ist den zwei Musikern nicht anzumerken, dass sie jenseits der 60 sind. Die Pet Shop Boys feiern das Leben. ”Monkey Business” heißt so viel wie Unsinn machen oder auch Trickserei – auf jeden Fall etwas, das rastlose Lebenskünstler ausmacht. Und so trinken sie im herrlichsten 1970er Jahre-Discobeat Champagner, rauchen Joints und brechen Herzen – und wenn die Party zu Ende ist, ziehen sie weiter. Weder die charakteristische Stimme von Neil Tennant noch die Musik des britischen Pop-Duos sind in die Jahre gekommen. Der Sound von “Hotspot” ist erfrischend und eine wunderbar hedonistische Liebeserklärung an die deutsche Hauptstadt. 

Werbung für die BVG

Vor allem die U-Bahn hat es Tennant und Lowe offenbar angetan. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) dürften sich schon länger über die Werbung freuen, die die berühmten Wahlberliner für sie machen. Schon im September 2019 haben die Pet Shop Boys die erste Single “Dreamland” aus dem “Hotspot”-Album veröffentlicht – das dazugehörige Video ist eine detailverliebte Bilderschau aus einem typischen U-Bahnhof irgendwo in Berlin Mitte, der hier gar nicht mal so trist aussieht. Auch wenn an den Sitzbänken schon der Lack abplatzt und eine Rolltreppe mit gelbem Band gesperrt ist.

Hit-Garanten

Wo Pet Shop Boys draufsteht, ist Pet Shop Boys drin. Das schätzen die Fans seit 1985 – dem Jahr, in dem Tennant und Lowe die Popwelt mit ihrem sphärischen “West End Girls” aufhorchen ließen. Sie begeisterten mit ihrem Look und ihrem Auftreten Musikfans in der ganzen Welt, erreichten mit “West End Girls” nicht nur in England sondern auch in den USA Platz 1 der Charts. Es folgte Hit auf Hit – “Suburbia”, “It’s A Sin”, die Elektro-Covers von “You Are Always On My Mind” und “Go West” sind Popklassiker. 

Neil Tennant im Anzug singt, Chris Lowe im T-Shirt spielt Keyboard- Foto von 1988 (picture-alliance/dpa)

Alte Zeiten: Tennant im Anzug und Lowe eher “praktisch” gekleidet

Die Pet Shop Boys sind das erfolgreichste britische Popduo und gehören zu den meistverkauften Acts überhaupt. Sie sind Rampensäue und Gentleman, Popkönige und Tüftler – vielseitig und sich dennoch über dreieinhalb Jahrzehnte treu geblieben.

Das werden sie jetzt wohl auch auf ihrer Europa-Tour 2020 beweisen, die am 1. Mai 2020 in Berlin – wo sonst – startet. Auf der “Dreamworld – The Greatest Hits Live-Tour” wird nicht das neue Album “Hotspot” im Fokus stehen, das am 24. Januar in die Läden kommt, sondern das beeindruckende Gesamtwerk des Duos – eine “Best of-Setlist”.

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