Gastkommentar: Investitionsstau bremst deutsche Wirtschaft

Die Aufgeregtheit darüber, ob und wann sich Deutschland in der Rezession befinde, überlagert und verdrängt die Gefahren, die den Wohlstand weit grundsätzlicher infrage stellen. Denn seit der Finanzmarktkrise von 2008 und dem unmittelbar danach folgenden Wirtschaftsabsturz wird hierzulande zu wenig investiert. Lagen die Ausrüstungsinvestitionen gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 1991 noch bei zehn Prozent und 2008 immerhin noch bei acht Prozent, erreichen sie momentan lediglich zwischen sechs und sieben Prozent des BIP.

Wie dramatisch sich langfristig das Schneckentempo der Investitionstätigkeit auf die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft auswirkt, lässt sich an der Arbeitsproduktivität ablesen. Die Arbeitsproduktivität ist das Spiegelbild der Investition, weil sie die Wertschöpfung misst, die durchschnittlich pro Arbeitskraft oder pro Arbeitsstunde erwirtschaftet wird.

Und da zeigt sich natürlich unmittelbar, ob die Beschäftigten Baugruben mit nackten Händen, Schaufeln und Pickeln oder mit Baggern und schwerem Gerät ausheben und ob Daten von Hand, mit Taschenrechnern, einfachen Rechenmaschinen oder automatisch durch Laser, kluge Algorithmen und künstliche Intelligenz erfasst und weiterverarbeitet werden.

Je mehr Computer und Roboter eingesetzt werden, umso höher ist die Arbeitsproduktivität – nicht zuletzt auch, weil mit neuen Automaten auch der technische Fortschritt Eingang in Herstellungsverfahren findet. Je effizienter und effektiver produziert wird, umso attraktiver werden die Angebote, umso höher die Umsätze und umso mehr Einkommen steht zur Verfügung, das auf Arbeit und Kapital, also Menschen und Maschinen, verteilt werden kann.

Kriechgang bei der Arbeitsproduktivität 

Die Arbeitsproduktivität in Deutschland je Stunde nahm in früheren wirtschaftlichen Aufschwungsphasen in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre real (also preisbereinigt) pro Jahr um durchschnittlich 3,4 Prozent, in den 1980er-Jahren um 3,0 Prozent, in den 1990er-Jahren um 2,2 Prozent und in den 2000er-Jahren bis Anfang 2008 um 1,4 Prozent zu. Während des fast zehnjährigen Aufschwungs von Mitte 2009 bis Mitte 2018 waren es dann jedoch nur noch 1,1 Prozent.

Der Kriechgang bei der Arbeitsproduktivität als Konsequenz der zurückhaltenden Investitionstätigkeit und eines damit einhergehenden langsamen Innovationstempos wird sich rächen und die wirtschaftliche Prosperität in Deutschland mehr als alles andere infrage stellen – mehr auch als Donald Trumps Aggression, Chinas Drohungen und ein ungeregelter Brexit zusammen. Denn das Wachstum der Arbeitsproduktivität ist die Grundlage, aus der sich der Anstieg der Löhne ableitet.

Und da gilt die einfache Regel: Schwache Investitionstätigkeit heute führt morgen zu geringen Fortschritten bei der Arbeitsproduktivität, was Löhne stagnieren oder lediglich noch langsam wachsen lässt – langsamer als in Ländern, in denen auf breiter Front das bargeldlose Einkaufen ohne Kassen, das papierlose Büro ohne Sekretariat, Softwareroboter für das Inkasso, die Belegverarbeitung  zur Klärung von Versicherungsfällen oder künstliche Intelligenz bei medizinischer Diagnostik sowie Auswertung von Röntgenbildern alltäglicher Standard sind.

Buchmesse Leipzig - Thomas Straubhaar (picture-alliance /dpa/J. Kalaene)

Thomas Straubhaar, Direktor des Weltwirtschaftsinstituts HWWI

Für die geringe Investitionstätigkeit und den daraus folgenden schwachen Arbeitsproduktivitätsfortschritt gibt es eine Menge von Ursachen. Aber eine davon verdient spezielle Beachtung, weil sie auch mit Blick auf eine künftige Verbesserung entscheidend sein wird.

Hartz-Reformen hatten Nebeneffekte

Die Mitte der vorigen Dekade unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und seiner rot-grünen Regierung auf den Weg gebrachte Agenda 2010 und die nach Peter Hartz benannten Arbeitsmarktreformen des „Förderns und Forderns” waren darauf ausgerichtet, möglichst viele Personen in Arbeit zu bringen. Entsprechend wurde der Druck auf Erwerbslose verstärkt, arbeiten zu müssen und auch vergleichsweise schlechter bezahlte Jobs zu akzeptieren. Im Ergebnis nahm die Beschäftigung in Deutschland rasant zu. Die Arbeitslosigkeit ging von fünf Millionen (Anfang 2005) stetig auf mittlerweile 2,275 Millionen im Sommer 2019 zurück – ein riesiger Erfolg.

Allerdings war der deutsche Beschäftigungserfolg mit einem Nebeneffekt verbunden. Er basierte auf einer Lohnzurückhaltung der Arbeitnehmer als Gegenleistung zur Schaffung und Erhaltung von Beschäftigung. Wenn aber für Unternehmen Arbeitskräfte billig(er) werden, fehlen betriebswirtschaftliche Anreize, in Maschinen, Roboter und neue digitale Technologien zu investieren. Warum auf teure(re) Automaten setzen, wenn Arbeit so billig ist? Entsprechend unterblieb ein Modernisierungsschub.

Man hat Menschen eingestellt und nicht Maschinen eingesetzt. So wurden und werden hierzulande immer noch viele Tätigkeiten von Hand und Arbeitskräften und nicht von Automaten und Robotern erledigt - was möglich wäre und in hoch entwickelten Volkswirtschaften mittlerweile gang und gäbe geworden ist. Weit stärker als in Deutschland werden andernorts Software und Algorithmen in der Lohnbuchhaltung, im Rechnungswesen, in der Logistik, im Finanzwesen und bei Versicherungen eingesetzt und sind beim Einkaufen Kassierer oder bei Diagnosen Mediziner überflüssig geworden.

Wie in der DDR?

Was für die DDR typisch war - Vollbeschäftigung sowie hohe Beschäftigungsgarantie bei niedriger Arbeitsproduktivität, entsprechend schlechter Bezahlung und geringem allgemeinen Wohlstand - droht der Bundesrepublik im Zeitalter von Digitalisierung und Datenökonomie, wenn zu lange an veralteten Dogmen der Industriegesellschaft festgehalten wird.

Es geht künftig zuallererst um Produktivität und nicht um Massenbeschäftigung um jeden Preis. Arbeitsplätze zu erhalten, indem man in vielen Bereichen billige Arbeitskräfte schaffen lässt, was Roboter und künstliche Intelligenz fehlerfrei, 24/7, besser und günstiger erledigen können, ist eine zum Scheitern verurteilte Strategie.

Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand sind langfristig einzig mit mehr Investitionen (auch in Bildung und Forschung) und damit einhergehend mehr Innovation und einer höheren Arbeitsproduktivität zu sichern. Insgesamt weniger, dafür besser, motivierter, gesünder, ausgeglichener und dadurch weit produktiver als heute zu arbeiten, muss das Ziel künftiger Arbeitsmarktpolitik sein. Nur so werden jene hohen Löhne bezahlt werden können, die eine weitere Steigerung des Lebensstandards für kommende Generationen ermöglichen.

Dieser Kommentar wurde zuerst auf welt.de publiziert.

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Israel geht gegen "Killerdrohnen" vor

Der Militäreinsatz habe Einheiten der Al-Kuds-Brigade sowie schiitischen Milizen gegolten. Israelische Kampfjets hätten deren Stellungen bombardiert, hieß es in Tel Aviv und Jerusalem. Die Milizen hätten seit einigen Tagen an einem Plan gearbeitet, Ziele in Israel von Syriens Hauptstadt Damaskus aus mit bewaffneten Drohnen anzugreifen. Diese “Killerdrohnen” mit Sprengsätzen hätten Nordisrael treffen sollen. Die Drohnen würden wie Raketen funktionieren.

Scharfe Worte von Netanjahu 

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte: “Der Iran genießt nirgendwo Immunität.” Er fügte hinzu: “Wenn jemand aufsteht, um dich zu töten, töte ihn zuerst.” Israel werde weiterhin gegen den Iran und seine Verbündeten vorgehen, um seine eigene Sicherheit zu gewährleisten.

Syrische Staatsmedien melden, Israels Luftwaffe sei nicht erfolgreich gewesen. Die syrische Luftabwehr habe feindliche Objekte über Damaskus abgefangen. “Die Mehrzahl der israelischen Raketen wurde zerstört, bevor sie ihre Ziele erreichen konnten”, erklärte die syrische Armee. Augenzeugen berichteten, sie hätten Explosionen in der Luft gesehen und gehört.

Die israelische Armee greift immer wieder Ziele in dem benachbarten Bürgerkriegsland an. Die Bombardierungen richten sich Beobachtern zufolge gegen Kräfte, die mit dem Iran verbunden sind. Israel will verhindern, dass sich sein Erzfeind in Syrien militärisch etabliert.

Die Regierung in Teheran ist eng mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verbündet. Der Iran unterstützt zahlreiche Milizen, die im Bürgerkrieg an der Seite der Regierungstruppen kämpfen.

haz/nob (rtr, dpa)

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Bitte anschnallen – G7-Gipfel am Start

Was könnte schöner sein, als ein Mittagessen bei strahlender Sommersonne auf der Terrasse eines Luxushotels am Strand im Badeort Biarritz. Der Gastgeber, der französische Präsident Emmanuel Macron, schob diesen Programmpunkt in letzter Minute ein, um sein erstes bilaterales Treffen mit dem US-Präsidenten in bester Atmosphäre hinter sich zu bringen. Immer wieder übt er seine diplomatischen Künste an Donald Trump, versucht dem Amerikaner zu schmeicheln und ihn abzulenken, damit er nicht wie früher in einem Anfall schlechter Laune das ganze Gipfeltreffen sprengt. 

Reden wir über das Wetter

“Wir sind schon lange Freunde”, sagte Trump auf der Sonnenterrasse zu seinem Gastgeber. Diese Beteuerung aber erscheint zweifelhaft angesichts der Tatsache, dass der US-Präsident vor seinem Abflug nach Biarritz erneut gedroht hatte, er werde Zölle auf französischen Wein erheben “wie man sie noch nie gesehen hat”. Hintergrund ist eine neue Steuer für große Internetunternehmen wie Google, Amazon und andere, die Macron eingeführt hat. “Das sind große amerikanische Unternehmen”, twitterte Trump, “ich will nicht, dass Frankreich sie besteuert. Sehr unfair”. Wohlgemerkt geht es hier um Steuern auf Gewinne in Frankreich.

Frankreich Biarritz Sicherheitsvorkehrungen vor G7 Treffen (picture-alliance/NurPhoto/J. Gilles)

Der Austragungsort des G7-Gipfels in Biarritz: das Hôtel de Palais

Die Winzer in den großen Weinbauregionen um Bordeaux, 200 Kilometer nördlich vom Ort des Gipfels, hoffen, dass ihr Präsident das Unheil noch von ihnen abwenden kann. Sie exportieren für 3,6 Milliarden Dollar französischen Wein in die USA, und besonders mittelgroße Produzenten würden von solchen Zöllen schwer getroffen. Wein ist Frankreichs zweitgrößter Export-Artikel.

Willkommen in der Welt des Donald Trump, der erst seinem Gastgeber droht und ein paar Stunden später von langer Freundschaft redet. Emmanuel Macron erwähnte beim Essen alle Krisenthemen auf der Agenda. Syrien, die Ukraine, die Krise mit Iran, den Welthandel und die Brände am Amazonas. Der US-Präsident sprach über das “perfekte Wetter” in Biarritz. “Die Gäste sind phantastisch, alle kommen miteinander aus, wir werden eine Menge schaffen an diesem Wochenende”. 

Dabei ist der einzige Punkt auf Trumps Agenda eine Sitzung, bei der er die G7-Partner zu Maßnahmen zur Ankurbelung der Weltwirtschaft überreden will. Deren Antwort darauf ist allerdings bereits bekannt: Präsident Macron erklärte, er wolle die Partner davon überzeugen, dass “Spannungen beim Handel für alle schlecht sind”. Das zielt direkt auf Trump und die letzte Runde im sich verschärfenden Handelskrieg mit China.

Warnungen von den Europäern

Frankreich G7-Gipfel in Biarritz | Donald Tusk (Reuters/C. Hartmann)

In düsterer Stimmung: EU-Ratspräsident Donald Tusk

“Der Biarritz-Gipfel wird eine schwierige Probe für die Einigkeit und die Solidarität der freien Welt und ihrer Führer”, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk zu Beginn des Treffens in einer ungewöhnlich düsteren Botschaft. Es sei unsicher, ob die Gruppe überhaupt zu gemeinsamen Ergebnissen kommen könne oder es nur sinnlose Streitereien untereinander geben werde. Die letzten Jahre hätten gezeigt, das es zunehmend schwierig geworden sei, eine gemeinsame Sprache zu sprechen und zu kooperieren. Dieses könnte einer der letzten Augenblicke sein, in denen wir unsere politische Gemeinschaft reparieren können. Donald Tusk erschien in fast apokalyptischer Stimmung.

Er erwähnte die Bedrohungen der demokratischen Ordnung durch autoritäre Regime und den neuen Nationalismus. Außerdem sei die Klimakrise die größte gegenwärtige Herausforderung: “Der brennende Regenwald am Amazonas ist zu einem weiteren deprimierenden Zeichen unserer Zeit geworden”. Wie schon der französische Präsident und die irische Regierung stellt auch der EU-Rats-Chef das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen, zu dem Brasilien gehört, infrage. “Hier geht es um Sein oder nicht Sein”, er könne sich einen harmonischen Ratifizierungsprozess für das Abkommen angesichts des Verhaltens der Regierung des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro nicht vorstellen. 

Eine knallharte Position vertritt Tusk auch gegenüber Russland. Donald Trump hatte gefordert, Präsident Wladimir Putin wieder zu den G7-Treffen einzuladen. “Unter keinen Umständen können wir diese Logik hinnehmen”, hält der EU-Vertreter dem entgegen. Die Gründe für den Ausschluss Russland, die Annexion der Krim und andere Provokationen, seien immer noch gültig. Außerdem habe Putin nicht den Pfad der Demokratie beschritten und auch deshalb bei den G7 nichts verloren. Man solle im nächsten Jahr lieber die Ukraine als Gast einladen.

Nur am Rande: der Brexit

Frankreich Biarritz | G7 Gipfeltreffen: Boris Johnson, Angela Merkel, Emmanuel Macron, Guiseppe Conte und Donald Tusk (Reuters/C. Hartmann)

Boris Johnson mit seinen europäischen Brexit-Verhandlungspartnern – oder doch Gegnern?

Donald Tusk wird sich am Sonntag zum ersten Mal mit dem neuen britischen Premierminister Boris Johnson treffen. Er sei bereit zu ernsthaften Gesprächen, sagte er, wolle aber nicht zum Zustandekommen eines No-Deal beitragen. Und er hoffe, dass Johnson nicht “als Mr. No-Deal in die Geschichte eingehen” wolle. Das Thema Brexit spielt hier in Biarritz eine Nebenrolle, wird aber unvermeidlich zur allgemeinen Klimavergiftung beitragen.

Und Boris Johnson schlug sofort zurück, noch im Anflug auf den Gipfel. Das Schwarze-Peter-Spiel beim Bexit ist von Seiten Londons voll im Gange.  “Ich habe absolut klar gemacht, dass ich einen No-Deal nicht will und dass wir den Backstop aus dem Vertrag los werden müssen. Und wenn Mr. Tusk nicht als Mr. No-Deal in die Geschichte eingehen will, muss er das berücksichtigen”. Die Schuld liegt nach dieser Darstellung bei der EU, wenn die Briten nicht zufrieden sind mit den Ergebnissen der zweijährigen Verhandlungen. Die Botschaft aus London könnte klarer nicht sein.

Zu erwarten ist, dass Johnson begeisterte Zustimmung von Donald Trump bekommen wird. Das Treffen zwischen den beiden ist für den Sonntag angesetzt. Der US-Präsident hat den Briten schon vor seinem Amtsantritt kräftig unterstützt und ist ein begeisterter Anhänger des Brexit, weil der die EU schwächt. Und ein schwaches Europa macht Donald Trump das Leben leichter, weil er einzelne Mitgliedsländer beim Handel und allen anderen Fragen nach Belieben erpressen kann.

Die Messlatte von Biarritz

Die Stimmung ist in Biarritz sorgenvoll und wenig optimistisch, und Emmanuel Macron versucht alles, um das Treffen nicht in Streit und Irrelevanz untergehen zu lassen. Aber der französische Präsident betreibt Erwartungsmanagment: “Wir werden vielleicht nicht alles schaffen, was wir wollen, aber werden unser Bestes tun, um unsere Sicherheit zu garantieren, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und die Ungleichheit zu bekämpfen, unter der ihr leidet”, sagte er in einer Botschaft an seine Nation. Man darf die Messlatte von Biarritz nicht zu hoch hängen. 

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Gamescom: So viele Besucher wie nie

373.000: So viele Besucher testeten in diesem Jahr neue Spiele und traten in Turnieren gegeneinander an. Das waren 3000 mehr als im vergangenem Jahr. Hinzu kamen noch einmal ebenso viele Spielefans, die sich das Spektakel online ansahen. So waren eine halbe Millionen Menschen virtuell bei der Eröffnungsshow der Gamescom dabei. Mit der Nachfrage im Internet waren die Veranstalter zufrieden: “Allein in den ersten Tagen wurden die Videoinhalte der Gamescom weltweit weit über 100 Millionen Mal abgerufen.”

Der Besucherandrang vor Ort in Köln sorgte aber auch für Kritik unter Gamern. Die deutsche Synchronsprecherin der Actionfigur Lara Croft, Lara Trautmann, forderte unter ihrem Pseudonym “Lara Loft” auf Twitter, die Besucherrekorde nicht immer weiter zu knacken. 

Der Tweet fand viel Zustimmung von Gamescom-Besuchern, die beklagten, dass es zu voll sei, um die neuesten Spiele ausreichend testen zu können. Die Gamescom erstreckt sich auf eine 218.000 Quadratmeter große Ausstellungs- und Showfläche. 1150 Aussteller aus mehr als 50 Staaten präsentierten ihre Angebote für die Gamer, ob Strategie-, Action- oder Sportspiele. 

Deutschland Computerspielemesse Gamescom 2019 in Köln (Getty Images/L. Schulze)

Die Besucher der Gamescom müssen sich häufig in Geduld üben

Förderung trotz Milliardengewinnen

Die Spieleindustrie ist gigantisch: Fast jeder zweite Deutsche – 34 Millionen – spielt am PC oder am Handy, wie eine Analyse der Unternehmensberatung PwC gezeigt hat. Das Wachstum der Branche ist beachtlich. Im ersten Halbjahr 2019 stieg der Umsatz in Deutschland um elf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Allerdings hinkt Deutschland hinterher. Nur 4,3 Prozent der Umsätze kamen aus Entwicklungen, die hierzulande produziert wurden. Deshalb wird die Branche mit 50 Millionen Euro gefördert. Auf der Gamescom versicherte Verkehrsminister Andreas Scheuer, dass dies auch im kommenden Jahr der Fall sein solle. 

Spielemesse gamescom 2019 in Köln | Henriette Reker & Andreas Scheuer & Dorothee Bär (picture-alliance/dpa/O. Berg)

Hoher Besuch: Kölns Oberbürgermeisterin Reker (li.), Minister Scheuer und Staatssekretärin Bär auf der Gamescom

Ab in die Cloud

Ein weiteres großes Thema der diesjährigen Messe war das Cloud-Gaming. Damit sollen grafisch aufwendige Games auch zum Beispiel auf Smartphones laufen können – weil die Rechenarbeit auf über superschnelle Netze verbundenen Servern im Netz erledigt wird. Zu den Playern hier gehört unter anderem Google. Der Internet-Konzern war auch auf der Gamescom vertreten und bewarb seinen Dienst Stadia. Eine ähnliche Vision haben auch Microsoft und Sony mit den Angeboten Xbox xCloud beziehungsweise Playstation Now.

Deutschland Computerspielemesse Gamescom 2019 in Köln (Getty Images/L. Schulze)

Gamer probieren besonders gern Spiele an gebogenen Bildschirmen aus

Auch wenn das Cloud-Gaming aufwendige Hardware überflüssig machen würde, wächst der Markt für Computer und Monitore. Laut dem Marktforschungsinstitut GfK stieg der Umsatz mit Gaming-Hardware im ersten Halbjahr 2019 weltweit um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum – Nordamerika nicht eingerechnet. Besonders beliebt sind Curved-Monitore, gebogene Bildschirme also, mit denen Nutzer völlig in das Spiel eintauchen können.

lh/rb (dpa, epd)

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Liveticker Schalke-Bayern

FC SCHALKE 04 – FC BAYERN MÜNCHEN 0:1

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36. Minute: Ein Fehlpass von Kimmich bringt Schalke in aussichtsreicher Kontersituation in Ballbesitz. Doch die königsblaue Offensivabteilung vertändelt den Ball genau so schnell, wie sie ihn bekommen hat. 

33. Minute: Über 75 % Ballbesitz für die Münchener. Die Kugel wandert abwechselnd links und rechts um den Gelsenkirchener Strafraum herum.  

29. Minute: Eine Möglichkeit für die Hausherren! Einen schnell vorgetragenen Angriff schließt Schalkes Mascarell mit einem Schuss aus 25 Metern ab. Doch da muss sich Manuel Neuer keine Sorgen machen, der Ball verfehlt das Ziel deutlich.

25. Minute: Die Führung für den Rekordmeister ist aufgrund der Spielanteile verdient. Dennoch enden die meisten Angriffe der Münchner mit eher uninspirierten Bällen in Richtung Gegner oder Toraus.

⚽ 21. Minute: TOOOOR für Bayern München. LEWANDOWSKI! Der Pole bleibt am Elfmeterpunkt eiskalt, und legt den Ball links unten in die Maschen. Nübel ist in die andere Richtung unterwegs.

19. Minute: ELFMETER für den FC Bayern. Kingsley Coman zieht mit Tempo in den Strafraum und wird von Kenny gelegt. Klare Sache.

17. Minute: Lewandowski schraubt sich nach einer Ecke von Kimmich hoch und wuchtet den Ball aufs Tor. Doch die Kugel kommt zu zentral auf Nübel, der pariert.

14. Minute: Ein Fehlpass von Hernandez bringt Schalke in Strafraumnähe in Ballbesitz. Doch es bleibt ungefährlich.

9. Minute: Jetzt Schalke im Vorwärtsgang. Harit will den Turbo einschalten, bleibt aber an Schiedsrichter Fritz (!) hängen.

7. Minute: Bayern übernimmt die Kontrolle über das Spiel. Ein abgeblockter Schuss von Corentin Tolisso sorgt für die erste Ecke des Spiels, die jedoch nichts einbringt.

4. Minute: Einstudierte Variante! Am Elfmeterpunkt läuft Robert Lewandowski ein, sein unplatzierter Schuss landet in den Armen von Schalkekeeper Nübel.

3. Minute: Serge Gnabry setzt sich auf dem Flügel gegen Bastian Oczipka durch, und wird von ihm gelegt. Freistoß Bayern.

ANPFIFF

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18:28 Uhr: Die Mannschaften betreten das Feld. Schiedsrichter ist Marco Fritz.

18:27 Uhr: Der letzte Sieg der Schalker gegen die Bayern in der Bundesliga liegt ein wenig zurück: Am 4. Dezember 2010 gewannen sie mit 2:0. Torschützen: Jurado und Benedikt Höwedes.

18:24 Uhr: Bei seinem ersten Bundesliga-Heimspiel als Schalketrainer lässt David Wagner dieselben elf Spieler ran, die am ersten Spieltag in Gladbach beim 0:0 gestartet waren.

18:22 Uhr: Niko Kovac muss neben Leon Goretzka, Jerome Boateng und Jan-Fiete Arp auch auf Thiago verzichten. Dafür sind die Neuzugänge Michael Cuisance, Ivan Perisic und Coutinho erstmals im Kader.

18:19 Uhr: Beim FC Bayern München steht dagegen Rekordtransfer Lucas Hernandez vor seinem Startelfdebüt in der Bundesliga:

18:18 Uhr: Die Königsblauen starten ihr erstes Saisonheimspiel mit folgender Startelf:

 

18:15 Uhr: Herzlich willkommen zum Liveticker der Deutschen Welle. Der FC Bayern München will nach dem Stotterstart gegen Hertha BSC endlich den ersten Saisonsieg einfahren. Konkurrent Borussia Dortmund hat gestern Abend in Köln vorgelegt. Wie reagieren die Bayern auf Schalke? Wir wünschen viel Vergnügen bei den kommenden 90 Minuten!

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Hongkong: Erneut Tausende bei Demonstrationen

Nach Wochen der Massendemonstrationen in der chinesischen Sonderverwaltungszone sehen sich die Hongkonger Demonstranten immer noch nicht am Ziel. Erneut gingen Tausende gegen eine zunehmende Einflussnahme Chinas auf die Straße, obwohl mehrere U-Bahn-Stationen geschlossen blieben, um die Anreise zu erschweren.

Die Protestler forderten unter anderem das Entfernen sogenannter intelligenter Überwachungskameras im Industriebezirk Kwun Tong, die nach ihren Angaben eingesetzt werden, um Bürger zu überwachen und Demokratie-Aktivisten zu verfolgen. Es kam auch erneut zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Schlagstöcke gegen die Demonstranten in Kwun Tong ein und nahmen mehrere fest.

Zuvor hatte die Polizei den mehrere tausend Teilnehmer zählenden Protestzug in der Nähe einer Polizeiwache gestoppt. Radikale Demonstranten hatten daraufhin Barrikaden errichtet und die Polizisten mit Gegenständen beworfen.

Gerichtsbeschluss gegen Proteste am Flughafen 

Der Betrieb am Flughafen und auf den Straßen und Bahnverbindungen dorthin verlief zunächst normal, obwohl die Demonstranten die Verkehrsinfrastruktur eigentlich einem “Stresstest” unterziehen wollten. Die Behörden hatten einen Gerichtsbeschluss erwirkt, der Proteste am Flughafen untersagte. Wegen der Belagerung des Hauptterminals durch Tausende Demonstranten hatte der Flughafen vergangene Woche zeitweise den Betrieb einstellen müssen.

Noch am Abend zuvor hatten nach Angaben der Organisatoren 135.000 Menschen eine Menschenkette rund um die Stadt gebildet. Sie folgten damit einem Vorbild aus dem Jahr 1989, als schätzungsweise zwei Millionen Menschen in den drei baltischen Staaten auf diese Weise gegen die Sowjetunion protestierten.

Konsulats-Mitarbeiter wieder frei

Unterdessen kam nach 15-tägiger Haft der in China festgesetzte Simon Cheng, Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong, frei und konnte in die Sonderverwaltungszone zurückkehren. Der 28-jährige Hongkonger Staatsbürger war nach Angaben seiner Familie am 8. August an der Grenze zwischen Festlandchina und Hongkong auf dem Heimweg in die Sonderverwaltungszone verschwunden. Er hatte demnach eine eintägige Geschäftsreise unternommen und ein Wirtschaftstreffen in Shenzhen im Südosten Chinas besucht.

China nimmt Mitarbeiter des britischen Hongkonger Konsulats fest Plakat (picture-alliance/dpa/V. Yu)

Tagelang war unklar, wo Simon Cheng sich aufhielt

Erst als der Fall vergangene Woche öffentlich wurde, teilte das chinesische Außenministerium mit, dass Cheng festgenommen und mit einer 15-tägigen Verwaltungshaft belegt worden sei,weil er Gesetze zur öffentlichen Sicherheit verletzt habe.

Proteste strapazieren britisch-chinesische Beziehungen

Das britische Außenministerium hatte sich besorgt über die Festnahme geäußert. Seit den Massendemonstrationen ist das britisch-chinesische Verhältnis angespannt. Hongkong war bis 1997 eine britische Kronkolonie. Seit dem Abzug der Briten gehört es wieder zu China, hat jedoch als Sonderverwaltungszone noch bis 2047 umfangreiche Sonderrechte garantiert.

Doch genau um diese bangten viele Hongkonger nach dem Bekanntwerden eines Gesetzentwurfes der Regierung zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Seit fast drei Monaten kommt es deshalb immer wieder zu massiven regierungskritischen Protesten. Mittlerweile sind zentrale Forderungen der Demonstranten auch freie Wahlen und eine unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt bei früheren Demonstrationen.

ie/mak (dpa, rtr, afp)

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Andockproblem bei der ISS

Der Raumfrachter habe sich inzwischen wieder leicht von der ISS entfernt, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Ein weiterer Andockversuch sei bereits in Planung. Die Raumfahrer rund 400 Kilometer über der Erde seien nicht in Gefahr, hieß es.

Kommunikation via Twitter

Nach Angaben der NASA liegt das Problem nicht bei der Raumkapsel, sondern beim Andocksystem der ISS. Die Trägerrakete war am Donnerstag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Neben Nahrungsmitteln sollte die Kapsel auch Medikamente für die Besatzung sowie einen menschenähnlichen Roboter mit dem Namen Fedor mitbringen. Fedor ist 1,80 Meter groß, wiegt etwa 160 Kilo und ähnelt dem menschlichen Körper. Er hat einen eigenen Twitter-Account, in dem über die Arbeit mit dem Roboter berichtet wird.

Russland Fedor Soyuz Roboter (picture-alliance/dpa/Roscosmos)

Russischer Roboter “Fedor”

Der Roboter ahmt Bewegungen nach und lernt auf diese Weise menschliche Handlungsabläufe. So kann er etwa eine Wasserflasche öffnen, wie in seinen Profilen in den Online-Netzwerken steht. Auf der ISS soll er lernen, diese Aufgaben trotz geringer Erdanziehungskraft zu erfüllen.

Auf der ISS sollen in den kommenden Wochen die Fähigkeiten des Roboters getestet werden. Fedor dient dabei als eine Art Versuchspassagier für Testmissionen. Derzeit arbeiten auf der ISS drei US-Amerikaner, zwei Russen und ein Italiener.

cgn/mak (afp, dpa)

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