Ariana Grande und ihr junges Publikum

“Aus tiefstem Herzen: Es tut mir so leid. Mir fehlen die Worte”, schrieb Ariana Grande kurz nach dem Anschlag auf Twitter. Sie selbst kam unverletzt davon. Auf dem Konzert waren viele Kinder und Jugendliche. Sie feierten die Sängerin, die mit einer Mischung aus Mainstream-affinem Pop und einer leicht souligen Stimme in den letzten Jahren die Herzen ihrer Fans eroberte.

Sängerin der Königskategorie 

Die Karriere von Ariana Grande verlief steil nach oben. 2013 veröffentlichte sie ihr Debütalbum “Yours Truly” und gewann bei den American Music Awards in der Kategorie “New Artist of the Year”. Ein Jahr später schaffte sie mit ihrem US-Nummer-Eins-Album “My Everything” weltweit den Durchbruch und landete mit dem vier Millionen Mal verkauften Song ”Problem” einen der Sommerhits des Jahres. Auch das dritte Album mit der gleichnamigen ausgekoppelten Single “Dangerous Woman” wurde ein Erfolg, stieg direkt auf Platz 10 der amerikanischen Billboard Top 100 ein. Damit ist Ariana Grande die erste Künstlerin, die es geschafft hat, alle Lead Singles ihrer bisher veröffentlichten Platten in den Top Ten zu platzieren. Im November 2016 gewann die Sängerin dann erneut bei den American Music Awards: diesmal in der Königskategorie “Künstler des Jahres”. Die Konkurrenz -Justin Bieber, Selena Gomez und Rihanna - ging leer aus. 

Erste Bühnenerfahrungen 

Zum ersten Mal stand die junge Frau aus Florida, die italienische Wurzeln hat, 2008 im Broadway-Musical “13″ auf der Bühne. Sie war damals erst 14 Jahre alt und räumte direkt den Nachwuchspreis “National Youth Theatre Association Award” ab. Bald darauf ergatterte sie die Hauptrolle in der populären TV-Serie “Victorious” auf dem Kindersender Nickelodeon. Sie spielte die süße, aber schusselige Cat Valentine. 2013 bekam sie ihre eigene Spin-Off-Serie “Sam + Cat”, die aber nicht lange lief, weil Ariane und ihre Filmkollegin nicht miteinander auskamen.

Ariana Grande auf der Bühne (Reuters/M. Anzuoni)

Ariana Grande – auf der Bühne ein Naturtalent

Für Ariana war das kein Beinbruch, denn eigentlich schlägt ihr Herz sowieso für die Musik: “Die Schauspielerei macht Spaß, aber Musik wird immer das Wichtigste für mich sein”, sagte die junge Künstlerin einmal. Sie nahm Coverversionen von unter anderem Frank Oceans “Sweet Life” und Lady Gagas “Born This Way” auf und veröffentlichte diese auf ihrem YouTube-Kanal. Schon ihr erstes Konzert 2011 in New York war ausverkauft. Erstmals präsentierte Ariane ihrem Publikum auch eigene Songs. Es war der Beginn ihrer kometenhaften Karriere, der sie sogar ins Weiße Haus führte: Im März 2014 lud First Lady Michelle Obama Grande die Sängerin ein und ehrte sie auf dem Konzert “Women of Soul” als “Foremother of American Music”.

Sexy Image wider Willen

Ariana Grande (picture-alliance/dpa/P. Buck)

Sexy und naiv – so will es das Management

Arianas Management hat klare Vorstellungen davon, wie die Sängerin aufzutreten hat: als naive Verführerin in knappen Outfits, die die Stylistin gern auch mal im Sexshop besorgt. Im Sommer 2014 gestand Ariana der Tageszeitung “New York Daily News”: “Ich fühle mich nicht wohl mit meinem sexy Image – oder mit meinen Klamotten!” Wohl fühlt sie sich allerdings, wenn sie mit anderen Künstlern kooperiert: Bei ihrem Hit “Problem” wird sie zum Beispiel von Rapper Igga Azalea unterstützt, bei “BangBang” sind die britische Sängeriun Jessie J und die Rapperin Nicki Minaj aus Trinidad und Tobago mit von der Partie. 

Das Netz liegt ihr zu Füßen 

Den Fans gefällt es in jedem Fall. Arianas YouTube-Channel ist laut der Zeitschrift “Gala” mit mehr als zehn Millionen Abonnenten auf Platz 41 der erfolgreichsten Channels überhaupt, auf Instagram folgen ihr mehr als 100 Millionen Menschen – damit steht sie auf Platz 2 aller Instagram-Accounts. Ihre Tweets lesen 45 Millionen Fans, damit ist sie auf Platz 17 der Menschen mit den meisten Followern. Und bei Facebook machten bisher über 32 Millionen User den Daumen hoch für Ariana.

Eigentlich möchte sie nur eine ganz normale – erfolgreiche – Sängerin sein. Doch nach dem Attentat in Manchester wird auch für sie wohl nichts mehr sein wie zuvor.

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Chronologie: Terror in Europa

April 2017, Stockholm

Ein gekaperter Lastwagen rast in einer Einkaufsstraße der schwedischen Hauptstadt erst in eine Menschenmenge und dann in ein Kaufhaus. Fünf Menschen werden getötet, 15 verletzt. Noch am selben Tag nimmt die Polizei einen 39-jährigen Usbeken unter Terrorverdacht fest.

März 2017, London

Ein Attentäter steuert ein Auto absichtlich in Fußgänger auf einer Brücke im Zentrum Londons und ersticht anschließend einen Polizisten. Von den Opfern auf der Brücke erliegen vier ihren Verletzungen. Britische Sicherheitskräfte erschießen den Täter.

Februar/März 2017, Paris

Auf dem französischen Flughafen Orly versucht ein Mann, einer patrouillierenden Soldatin das Gewehr zu entreißen. Er wird erschossen. Erst Anfang Februar war nahe dem Louvre-Museum ein Ägypter niedergeschossen worden, der sich mit Macheten auf eine Militärpatrouille gestürzt hatte.

Dezember 2016, Berlin

Kurz vor Weihnachten wird die deutsche Hauptstadt zum Ziel eines Terroranschlags. Zwölf Menschen kommen um, als ein Anhänger der Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) einen gekaperten Lkw in einen Weihnachtsmarkt steuert. Wenige Tage später wird der 24 Jahre alte Tunesier bei einer Polizeikontrolle nahe Mailand erschossen.

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt (picture-alliance/dpa/P. Zinken)

Spurensicherung nach dem Terroranschlag in Berlin

Juli 2016, Nizza

Ein Attentäter rast mit einem Lastwagen auf dem Strandboulevard der französischen Hafenstadt in eine Menschenmenge. Mindestens 86 Menschen sterben. Der IS ist nach Angaben seines Verlautbarungsorgans “Amak” für den Anschlag verantwortlich.

März 2016, Brüssel

Mit mehreren Bomben töten islamistische Attentäter am Flughafen der belgischen Hauptstadt und in einer Metrostation 32 Menschen.

Januar 2016, Istanbul

Im historischen Zentrum der türkischen Millionenmetropole zündet ein Selbstmordattentäter des IS mitten in einer Reisegruppe eine Bombe und reißt zwölf Deutsche mit in den Tod.

November 2015, Paris

Bei einer koordinierten Anschlagsserie am Stade de France, mehreren Restaurants und dem Musikklub “Bataclan” töten IS-Anhänger 130 Menschen, Hunderte werden verletzt.

Trauer am Bataclan (Reuters/C. Hartmann)

Trauer nach den Terroranschlägen in Paris

Februar 2015, Kopenhagen

Ein arabischstämmiger 22-Jähriger feuert in der Hauptstadt Dänemarks auf ein Kulturcafé, ein Mann stirbt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor ihn Polizeikugeln tödlich treffen.

Januar 2015, Paris

Bei einem Attentat auf das Satiremagazin “Charlie Hebdo” und einen koscheren Supermarkt sterben 17 Menschen. Die beiden Täter kommen später bei einer Polizeiaktion ums Leben. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrororganisation Al Kaida.

Mai 2014, Brüssel

Im Jüdischen Museum erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird er festgenommen. Als selbst ernannter “Gotteskrieger” hatte er zuvor in Syrien gekämpft.

Juli 2005, London

Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

März 2004, Madrid

Bei islamistisch motivierten Bombenanschlägen auf Pendlerzüge sterben in der spanischen Hauptstadt 191 Menschen, rund 1500 werden verletzt.

wa/se (dpa)

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