Anwalt bekennt Mitwirkung an Ibiza-Video

Ein Wiener Rechtsanwalt hat nach übereinstimmenden Berichten seine Mitwirkung an dem Enthüllungsvideo über Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache eingeräumt. Es habe sich um ein “zivilgesellschaftliches Projekt” gehandelt, ließ der Jurist über seinen Anwaltskollegen Richard Soyer mitteilen. Dabei seien “investigativ-journalistische Wege beschritten” worden. “Aufgrund der Reaktionen der betroffenen Politiker entfaltete sich in der Folge eine Eigendynamik”, zitieren die “Bild”-Zeitung und österreichische Medien aus der Erklärung.

Für seinen Mandanten seien aber nur “demokratiepolitische und rechtliche Überlegungen” relevant, erklärte Soyer weiter – an strafbaren Handlungen habe der Jurist sich nicht beteiligt. Ein verdeckter Kameraeinsatz sei “zur Aufdeckung von Missständen zulässig und durch die Meinungsfreiheit geschützt”.

Name kursiert schon länger

Der Name des von Soyer vertretenen Anwalts wird in Österreich schon seit Tagen mit der Ibiza-Affäre in Verbindung gebracht. In dem heimlich gedrehten Video hatte sich Strache vor der Parlamentswahl 2017 bereit gezeigt, als Gegenleistung für verdeckte Wahlkampfgelder öffentliche Aufträge an die angebliche Nichte eines russischen Oligarchen zu vergeben.

Heinz-Christian Strache (picture-alliance/picturedesk/G. Artinger)

Aus der Regierung gefallen: Heinz-Christian Strache (Archivbild)

Die Veröffentlichung der Aufnahmen führte zu einem politischen Erdbeben in Österreich. Strache trat von seinen Ämtern als Vizekanzler und Parteichef zurück. Die Koalition aus seiner rechtspopulistischen FPÖ und der konservativen ÖVP zerbrach.

“Mögliche Mittäter”

Der Ex-Vizekanzler erklärte am Freitag, er habe bei der Staatsanwaltschaft Wien Anzeige gegen drei mutmaßliche Drahtzieher des Videos erstattet: gegen den mit den Aufnahmen in Verbindung gebrachten Rechtsanwalt, einen Detektiv und den weiblichen Lockvogel. Die drei seien “mögliche Mittäter” bei der Erstellung der Aufnahmen.

Die Anzeige lautet demnach auf Täuschung, Urkundenfälschung, Missbrauch von Ton- und Abhörgeräten sowie Verdacht der Datenverarbeitung in Gewinn- und Schädigungsabsicht. Österreichs Justiz hat bereits Ermittlungen wegen des Videos aufgenommen. Allerdings droht auch Strache und anderen Parteikollegen ein verfa – wegen der Äußerungen des Ex-FPÖ-Chefs über illegale Parteispenden.

jj/haz (dpa, afp)

Source Article from https://www.dw.com/de/anwalt-bekennt-mitwirkung-an-ibiza-video/a-48871663?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Studenten verbrennen in Westindien

Bei einem Brand in der Stadt Surat im Westen Indiens sind mindestens 19 Studenten ums Leben gekommen. 16 von ihnen hätten tödliche Verbrennungen erlitten, sagte ein Arzt der Nachrichtenagentur AFP. Drei der Opfer seien Verletzungen erlegen, die sie sich beim Sprung aus dem Gebäude zugezogen hätten. Die meisten Toten seien Frauen.

Bilder zeigten lodernde Flammen und schwarzen Rauch, der aus dem College-Gebäude aufstieg. Ein Feuerwehrvertreter erklärte, 50 oder 60 Menschen hätten sich beim Ausbruch des Brandes im obersten Stockwerk aufgehalten. Wegen des im Dach verwendeten Materials habe sich das Feuer rasch ausbreiten können.

Die Unglücksursache ist noch unklar. Lokalen Medien zufolge könnte die Zahl der Toten weiter steigen, da viele verletzte Studenten noch in Krankenhäusern liegen. Die Stadt Surat hat viereinhalb Millionen Einwohner. Die Wirtschaftsmetropole liegt im Südosten des indischen Bundesstaates Gujarat.

Source Article from https://www.dw.com/de/studenten-verbrennen-in-westindien/a-48871599?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

US-Regierung liefert Waffen am Kongress vorbei

Die US-Regierung liefert ohne Rücksprache mit dem Kongress Waffen im Wert von 8,1 Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) an ihre Verbündeten im Nahen Osten. Die Lieferungen sollten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien dabei unterstützen, sich gegen die “iranische Aggression” zu wehren, sagte US-Außenminister Mike Pompeo. Durch die Waffenverkäufe werde die “Stabilität” im Nahen Osten erhöht.

Der führende Demokrat im Auswärtigen Ausschuss des Senats, Robert Menendez, hatte zuvor versucht, den Verkauf von Zehntausenden präzisionsgelenkten Waffen zu verhindern. Er befürchtet, dass sie gegen Zivilisten im Jemen eingesetzt werden und dass sich dadurch die humanitäre Krise in dem Bürgerkriegsland verschärft.

“Jahrelanges bösartiges Verhalten”

Die Regierung habe sich auf eine “obskure juristische Bestimmung” für den Export von präzisionsgelenkten Waffen berufen und so die rechtlich erforderliche Überprüfung durch den Kongress bei der Bewilligung von Rüstungslieferungen umgangen, klagte Menendez. Die juristische Definition eines Notfalls sei mit “jahrelangem bösartigen Verhalten” des Iran aber nicht erfüllt. Er werde daher mit anderen Kongressabgeordneten gegen die Entscheidung der Regierung vorgehen.

USA Kapitol in Washington (Imago Images/Zuma Press/A. Samperio)

Das Kapitol in Washington

Pompeo wiederum erklärte, mehrere der geplanten Verkäufe seien dem Parlament schon vor fast 18 Monaten vorgelegt worden, allerdings habe der Kongress nicht gehandelt. Angesichts des gespannten Verhältnisses zum Iran sei eine weitere Verzögerung nicht hinnehmbar.

Stellvertreterkrieg am Golf von Aden

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen Tausende Zivilisten. In dem Land herrscht eine schwere humanitäre Krise, die Bevölkerung hungert, Krankheiten grassieren.

Jemen Luftangriff auf Sanaa (Getty Images/AFP/M. Huwais)

Zerstörtes Gebäude nach einem Luftangriff auf die jemitische Hauptstadt Sanaa im Januar

Im März hatte der Kongress in einer Resolution ein Ende der US-Unterstützung für Saudi-Arabien im Jemen-Krieg gefordert. Diese Entscheidung wurde als herbe Schlappe für Trump und als eine historische Premiere gewertet, da sie sich direkt gegen die Militärpolitik des Präsidenten richtete. Im April legte Trump sein Veto gegen die Resolution ein.

jj/haz (dpa, afp)

Source Article from https://www.dw.com/de/us-regierung-liefert-waffen-am-kongress-vorbei/a-48871395?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

"Klimastreik" bringt Hunderttausende zusammen

Mehrere Hunderttausend überwiegend junge Menschen haben unmittelbar zur Europawahl ein Zeichen im Kampf gegen die Erderwärmung gesetzt. Allein in Deutschland beteiligten sich nach Angaben der Bewegung Fridays for Future 320.000 Menschen an der zweiten Auflage eines globalen Klimaprotesttages – so viele wie noch nie.

In der Hamburger Innenstadt demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 17.000 Menschen, laut den Veranstaltern waren es bis zu 25.000. In Berlin sprachen die Organisatoren von mehr als 15.000 Teilnehmern. In Freiburg zählte die Polizei zwischen 8000 und 10.000, in Kiel 7000, in der Studentenstadt Münster 6000. Auch in München, Frankfurt und anderen deutschen Großstädten war die Teilnehmerzahl vierstellig.

“… weil ihr uns die Zukunft klaut”

Vielerorts hielten Demonstranten Schilder mit Aufschriften wie “Klimaschutz statt Kohleschmutz” und “Es gibt keinen Planeten B” in die Höhe. Nahezu überall war der Slogan “Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!” zu hören.

Nach dem Vorbild der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg gehen Schüler und junge Studierende seit Monaten am Freitag - während der Schulzeit – für mehr Klimaschutz auf die Straße. Dass die Proteste während der Unterrichtszeit stattfinden, hat in Deutschland zu einer Debatte geführt, in die sich auch Kanzlerin Angela Merkel eingeschaltet hat. Sie befürwortet die Klimastreiks, auch wenn diese in die Unterrichtszeit fallen.

Doch trotz dieses Votums der Kanzlerin ist der Umgang der großen Parteien im Kampf gegen die Aufheizung des Planeten auf den Prüfstand gekommen. Zuletzt wurde ein Video des Youtubers Rezo millionenfach geklickt, in dem er unter anderem die Klimapolitik der CDU kritisiert. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) forderte vermutlich auch deshalb eine entschlossenere Klimapolitik der Bundesregierung. “Wir brauchen Entscheidungen, in der Klimapolitik wie anderswo”, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Proteste rund um den Globus

An den jüngsten Klimastreiks beteiligten sich Menschen in der ganzen Welt. Den Anfang machten wegen der Zeitverschiebung mehrere neuseeländische Städte, darunter Christchurch und die Hauptstadt Wellington. Nicht nur Schüler, sondern auch zahlreiche Erwachsene marschierten bei den Protesten mit. Im australischen Melbourne legten sich Hunderte Teilnehmer aus Protest regungslos auf die Straße. Märsche folgten dann in Ländern wie Thailand, den Philippinen und Indien. Selbst im kriegsgebeutelten Syrien versammelten sich rund 50 Menschen zu einem kleinen Protest, in der türkischen Metropole Istanbul waren es 80.

Deutschland Fridays for Future - Berlin (picture-alliance/dpa/K. Nietfeld)

Die Mahnung ist klar: Es gibt den Planeten Erde nicht noch einmal

In allen 28 EU-Staaten gingen Demonstranten auf die Straße, auch in Irland und Tschechien, wo am Freitag für die EU-Wahl abgestimmt wurde. Im italienischen Mailand kamen mehr als 30.000 Demonstranten zusammen, im belgischen Brüssel waren es rund 7500.

“Gebt uns eine Zukunft”

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg rief in ihrer Heimatstadt Stockholm zu einem grundsätzlichen Umdenken auf, um das Klima zu retten. “Wir stehen vor einer existenziellen Krise. Wir müssen Veränderungen in allen Ebenen der Gesellschaft sehen. Wir bitten euch Erwachsene, gebt uns eine Zukunft!”

Fridays for Future fordert, dass die Politik beim Thema Klima auf die Wissenschaft hört, dass sie die Ziele des Pariser Weltklimaabkommens einhält und mit entschiedenen Maßnahmen dazu beiträgt, die Erderwärmung bei 1,5 Grad Celsius zu stoppen. Tatsache ist: Schon heute ist es auf der Erde etwa ein Grad Celsius wärmer als vor der Industriellen Revolution.

haz/jj (dpa, afp, rtr) 

Source Article from https://www.dw.com/de/klimastreik-bringt-hunderttausende-zusammen/a-48870520?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Formel E: Die Formel der Zukunft

Nico Rosberg trägt einen schicken Anzug, während er vor dem Formel-E-Wochenende in Berlin mit der Presse spricht. Es ist kein Rennanzug mehr, mit dem der ehemalige Formel-1-Weltmeister in die Öffentlichkeit tritt. Es ist ein feiner dunkelblauer Zwirn mit gebügeltem weißen Hemd. Nico Rosberg, der vor zweieinhalb Jahren noch im Formel-1-Cockpit für Aufsehen sorgte, ist jetzt Business-Man geworden. Und er hat seine Geschäfte im Blick: Grüne Technologien und zukunftsorientierte Produkte will Rosberg auf einem Festival für Nachhaltigkeit für ein großes Publikum erlebbar machen. Flugtaxis oder das schnellste Elektroauto der Welt stellt er im Rahmen seines selbst geschaffenen “Greentechfestivals” aus. Alles am Rande des Formel-E-Wochenendes in Berlin-Tempelhof. Schließlich steht die Formel E laut Rosberg für “technologische Innovation, für Zukunft, für Familienfreundlichkeit und für einen Rennzirkus, der zu den Menschen in die Städte kommt”. Er selbst ist Anteilseigner der Formel E und deshalb sind die Rennen für ihn und sein “Start-Up” als Bühne wie geschaffen.

Städte, Autokonzerne und Investoren buhlen um Formel E 

Doch nicht nur für Nico Rosberg hat die Elektro-Rennserie an Bedeutung gewonnen. Im fünften Jahr ihres Bestehens ist die Formel E endgültig zu einer Rennserie geworden, die viele Akteure anzieht. 

Da wäre die wirtschaftliche Seite zu nennen: Der Technikkonzern ABB ist für geschätzte 12,5 Millionen Euro Titelsponsor der Rennserie, ebenso sind Weltkonzerne wie Bosch oder Heineken neuerdings als Partner dabei. Das finanzielle Volumen ist zwar deutlich geringer als in der Formel 1, aber die Zeichen stehen auf Wachstum. 

ABB FIA Formula E Championship 2019 - Monaco E-Prix (Getty Images)

Formel-E-Investor Rosberg und Fürst Albert II. beim Rennen in Monaco Anfang Mai

Hinzu kommt, dass Städte um die Austragung von Rennen buhlen. München, Wien, Shanghai, Marrakesch – sie alle wollen die E-Flitzer auf den eigenen Asphalt bringen und nehmen dafür durchaus Geld in die Hand. Der Grund: die Tickets für die Formel-E-Rennen verkaufen sich in den verschiedensten Metropolen kinderleicht. Selbst Menschen, die mit Motorsport gefremdelt hatten, zieht es in dieser Saison zu den Rennen in den Innenstädten, bei denen es kein lautes PS-Geheule wie in herkömmlichen Rennserien gibt, sondern eher ein angenehmes Surren und schöne Überholmanöver auf eng konzipierten Strecken. Genau das richtige Ambiente für einen schönen Familienausflug am Wochenende. 

Die Formel-E-Teams wiederum versprechen sich durch ihre Teilnahme am vollelektrischen Rennzirkus in erster Linie zukunftsweisendes “grünes” Marketing und in einem zweiten Schritt Innovationen bei den modernen Antrieben.  

Begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten deckeln Kosten

“Die Formel E ist für die Hersteller ein Labor, um die Zukunft mit elektroangetriebenen Fahrzeugen mitzugestalten”, sagt Alejandro Agag, der Erfinder und der Boss der Formel E. Und tatsächlich macht die Formel E Fortschritte. In dieser Saison wird das besonders deutlich. Denn nach vier Jahren, in denen der Fahrer wegen zu geringer Batterieleistung des Autos einmal pro Rennen in ein anderes Rennauto umsteigen musste, gibt es seit dieser Saison keinen Fahrzeugwechsel mehr. Die Speicherkapazität der Batterien konnte vergrößert werden (auf 52 statt wie anfangs nur 28 Kilowattstunden), so, dass jetzt mit ein und demselben Auto, mit dem Fahrzeug der sogenannten “zweiten Generation”, ein komplettes Rennen gefahren werden kann. Agag freut sich, dass man es “gar nicht sichtbarer machen könnte, wie sehr sich Elektrotechnologien entwickeln.” Zudem sorgen Motoren mit bis zu 250 Kilowatt für mehr Rasanz und für Spitzengeschwindigkeiten von 280 Stundenkilometer.

Alejandro Agag Formel E (Getty Images/C. Alvarez)

Formel-E-Boss Alejandro Agag kommt aus Spanien und ist ehemaliger Europaparlamentarier

Diese Fortschritte sind auch Deutschlands führenden Autobauern nicht entgangen. Audi und VW sind als Rennstall schon in der Formel E vertreten. In der vergangenen Saison hat Audi sogar die Teamwertung gewonnen und im kommenden Jahr steigen auch noch Mercedes und Porsche ein. Die vier großen deutschen Autohersteller werden dann in derselben Motorsport-Rennserie gegeneinander fahren. Das gab es noch nie. Und glaubt man Nico Rosberg, wird sein früherer Arbeitgeber Mercedes im kommenden Jahr, also gleich in der ersten Saison, alles andere als eine Nebenrolle spielen: “Die wissen schon, wie die das im Rennsport machen. Somit traue ich Mercedes auf jeden Fall zu, auch direkt mit um den Titel mitzufahren.” 

Anders als in der Formel 1 sind den Teams bei der Formel E technisch engere Grenzen gesetzt. Gestartet wird in einem einheitlichen Chassis mit gleicher Batterie, Kostenpunkt: eine knappe Million Euro. Einzig bei Antriebsstrang, Aerodynamik, Fahrwerksabstimmung und Software können sich die Ingenieure austoben. Das deckelt die Kosten. Zum Vergleich: Das Jahresbudget des Mercedes-Teams in der Formel 1 liegt bei rund 400 Millionen Euro. Allerdings geht es dort immer darum die absoluten Grenzen des technisch Machbaren innerhalb des Reglements auszunutzen.

Gutes Racing, enge Rennen, verschiedene Sieger 

Berlin E-Prix - Formel E (Getty Images)

Bewährtes Berlin: Tempelhof ist im Rennkalender gesetzt

Es ist nachvollziehbar, warum Alejandro Agag Deutschland als “Schlüsselland” im Aufstieg der Formel E bezeichnet. Ein weiteres Beispiel ist der ePrix von Berlin, der am kommenden Wochenende in der fünften Formel-E-Saison zum fünften Mal in der deutschen Hauptstadt ausgetragen wird. Keine andere Stadt ist seit Gründung der Formel-E-Meisterschaft von Anfang an und ohne Unterbrechung dabei. Gute Erinnerungen haben die Deutschen vor allem ans Abschneiden im vergangenen Jahr, als Daniel Abt vom Team Audi Sport ABT Schaeffler als Erster über die Ziellinie fuhr. Mehr noch: Als erster Formel-E-Fahrer überhaupt schaffte Abt den sogenannten “Grand Slam”, indem er die Pole-Position holte, die schnellste Rennrunde schaffte und den besagten Sieg - ausgerechnet im Heimrennen. “Das war für mich der schönste Tag in meiner Renn-Karriere”, erinnert sich Daniel Abt, der jetzt “so gut es geht” versuchen will, dieses Erfolgserlebnis zu wiederholen.

Mit dem Gewinnen ist das in diesem Jahr allerdings so eine Sache. Die aktuelle Saison ist nämlich so spannend wie nie. In neun Rennen gab es acht verschiedene Sieger und nur zweimal gewann der Fahrer das Rennen, der zuvor auch von der Pole Position gestartet war. Im Gegensatz zur Formel 1, in der mit Mercedes, Ferrari und mit Abstrichen vielleicht noch Red Bull-Honda realistische Sieges-Chancen haben, ist der Ausgang in der Formel E kaum vorhersehbar. Die Gründe liegen Alejandro Agag zufolge auf der Hand: Aufgrund der einheitlicheren Technik sind es vielmehr die Fahrer und die Strategien der Teams, die den Unterschied ausmachen. Da wiederum sowohl die Fahrer als auch die Rennställe mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau angekommen seien, komme es zu einer so engen Leistungsdichte. Daniel Abt verweist auch noch auf die Tatsache, dass es in der Formel E im Qualifying nur einen Versuch, also nur eine Runde pro Fahrer gibt. Das “sorgt dafür, dass es an einem Tag ganz schnell nach vorn und nach hinten gehen kann”.

Der einzige Fahrer, der in dieser Saison bislang mehr als ein Rennen gewonnen hat, ist der Franzose Jean-Eric Vergne vom Techeetah-Team. Der Champion des Vorjahres liegt damit auch in dieser Saison wieder in Führung, hauchdünn vor seinem Teamkollegen André Lotterer, der in Berlin seinen ersten Sieg überhaupt feiern will.

Nico Rosberg wird sich das Geschehen am 25. Mai von außen anschauen. Für ihn ist immer noch die Formel 1 der “ultimative Gladiatoren-Rennsport”. Dass die Formel E aber die “Formel der Zukunft” ist, hat auch der Formel-1-Weltmeister verstanden - als Investor in feinem dunkelblauen Zwirn.

Source Article from https://www.dw.com/de/formel-e-die-formel-der-zukunft/a-48842080?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

Der anstehende Abschied von May: "Sie tut mir leid"

US-Präsident Donald Trump bekundete sein Mitgefühl mit der aus dem Amt scheidenden Premierministerin: ”Theresa tut mir leid. Ich mag sie sehr”, sagte er in Washington vor seinem Abflug zu einem Besuch in Japan. Trump lobte May zudem als ”gute Frau”, die “sehr stark” sei und “hart gearbeitet” habe. Der US-Präsident hatte die Britin wegen ihres Umgangs mit dem EU-Ausstieg mehrfach offen kritisiert.

“Ich habe immer sehr gut mit Theresa May zusammengearbeitet”, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, und sie “respektiere natürlich diese Entscheidung” der britischen Premierministerin. Die Bundesregierung werde weiter “alles daran setzen, dass es eine gute partnerschaftliche Beziehung mit Großbritannien gibt, einen geordneten Austritt und anschließend weiter eine gute Zusammenarbeit”.

Brüssel: Keine Änderung der EU-Position 

May hatte kurz zuvor in London angekündigt, ihr Amt als Chefin der Konservativen Partei am 7. Juni abzugeben. Ihre Tage als Premierministerin sind damit auch gezählt. Dem Chef der britischen Regierungspartei ist traditionell der Posten des Regierungschefs vorbehalten.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker bedauerte den angekündigten Rücktritt. May sei eine mutige Frau, die er sehr respektiere. An der Position der Europäischen Union zum Brexit werde sich jedoch nichts ändern.

“Beherzte Arbeit”

Frankreich: Macron beim Treffen der biologischen Vielfalt und des Ökosystems in Paris (picture-alliance/AA/M. Yalcin)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, May habe sich beherzt für eine Durchführung des Brexits im Sinne ihres Landes eingesetzt. Er habe ihr eine persönliche Botschaft des Dankes und der Unterstützung übermittelt. Es sei zu früh, um über die Folgen dieser Entscheidung zu spekulieren.

Sorgen in Irland

Der irische Regierungschef Leo Varadkar befürchtet nun eine “sehr gefährliche” Phase für sein Land. Es sei zu erwarten, dass Mays Nachfolger ein Euroskeptiker sei, der die EU ohne Brexit-Abkommen verlassen wolle, sagte Varadkar bei der Stimmabgabe zur Europawahl in Dublin. “Was auch immer geschieht, wir müssen Ruhe bewahren.” 

Großbritannien ist der engste Handelspartner der Republik Irland. Dublin fürchtet einen ungeregelten Brexit, denn dann müsste Irland an der EU-Außengrenze zu Nordirland wieder Grenzkontrollen einführen.

Irlands Außenminister Simon Coveney hält die Gefahr eines No-Deal-Brexits nun für größer denn je (Foto: Reuters/C. Kilcoyne)

Irlands Außenminister Simon Coveney hält die Gefahr eines No-Deal-Brexits nun für größer denn je

Dürre Worte aus Moskau

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz meinte: “Ich hoffe, dass sich – unabhängig von ihrer Rücktritts-Mitteilung – in Großbritannien die Vernunft durchsetzt.”

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte stellte klar: “Der zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ausgehandelte Austrittsvertrag für einen geordneten Brexit liegt weiter auf dem Tisch.”

Die Reaktionen aus Russland fallen verhalten aus. Die Beziehungen der Länder hätten während der Amtszeit Mays “sehr schwierige Zeiten” durchlebt, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow. Er könne sich nicht daran erinnern, dass May zu einer Entwicklung der bilateralen Beziehungen beigetragen habe. Moskau verfolge den Brexit-Prozess mit “großer Aufmerksamkeit”, denn die EU sei der wichtigste Handelspartner des Landes.

Labour-Chef fordert erneut Neuwahlen

Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn fordert einmal mehr Neuwahlen. Weder May noch ihre gespaltene Konservative Partei seien in der Lage, das Land zu regieren, sagte der Labour-Chef. Mays Entscheidung zurückzutreten sei richtig. “Wer auch immer der neue Chef der Konservativen wird, muss das Volk über die Zukunft unseres Landes entscheiden lassen und zwar über eine rasche Parlamentswahl.” Nigel Farage, der führende Kopf der Brexit-Partei, wirft May eine Fehleinschätzung der politischen Lage vor. “Politisch hat sie die Stimmung im Land und ihrer Partei nicht richtig eingeschätzt”, erklärte Farage. 

sti/cgn/rb (afp, dpa, rtr)

Source Article from https://www.dw.com/de/der-anstehende-abschied-von-may-sie-tut-mir-leid/a-48859308?maca=de-rss-de-all-1119-rdf